Digital Life
19.07.2016

Banken verifizieren Kunden an ihrer Stimme

Authentifizierung mittels Stimmerkennung soll den Kunden mehr Komfort und Sicherheit bieten. Citibank und Worldcore nutzen die Stimmbiometrie bereits.

Die Citibank ist die erste Bank in Taiwan, die ihren Kunden die innovative Stimmerkennungstechnologie anbietet, um ihre Bankangelegenheiten zu regeln. In ihren Call Centers soll die Sprachauthentifizierung sehr schnell überprüfen, ob das Gegenüber die Person ist, für die sie sich ausgibt. Laut Citibank hat die herkömmliche Sicherheitsüberprüfung am Telefon 45 Sekunden im Durchschnitt gebraucht. Die Überprüfung per Stimmerkennung soll mit 15 Sekunden dreimal so schnell sein.

Kosten sparen

Citibank möchte durch die biometrische Technologie die 437.500 Personalstunden im Jahr reduzieren. Dabei soll die Technologie vorerst 15 Millionen Kunden in Taiwan, Hong Kong, Singapur und Australien zur Verfügung stehen. Die Bank rechnet damit, dass innerhalb eines Jahres rund eine Millionen Kunden diesen Service nutzen werden, sagt Derek Allgood, Managing Director von Citi Telephone Banking.

Europa

Worldcore in Prag ist das erste EU-regulierte Zahlungsinstitut, das Authentifizierung mittels Stimmbiometrie anbietet. Ihre "VoiceKey" analysiert dabei Stimmen anhand von über 100 Parametern. Laut Worldcore kann ein nicht autorisierter Zugriff auf ein Konto nicht erfolgen, selbst wenn die Stimme aufgenommen wurde.

Sicherheit

Hintergrundgeräusche und extreme Stimmenveränderungen aufgrund von Erkrankungen stellen nur in extremen Fällen ein Problem dar. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Authentifizierung: Bei der aktiven Stimmauthentifizierung muss der Anwender eine bestimmte vorgegebene Phrase vorlesen. Bei der passiven Stimmauthentifizierung überprüft das System anhand beliebiger Sprachinhalte die Identität des Anwenders. Datenschützer stehen der Stimmerkennung jedoch kritisch gegenüber.

Biometrische Technologien

Der größte Vorteil von Stimmbiometrie gegenüber anderen biometrischen Technologien liegt in ihren textabhängigen Eigenschaften. Ein neuer Stimmenausdruckssatz kann erstellt werden, falls es zu Manipulationen oder Sicherheitsbedenken kommt. Andere biometrische Technologien wie Retina- oder Fingerabdruck können nicht so einfach erneuert werden. Somit soll die Stimme die sicherste biometrische Lösung im Vergleich zu anderen Verifizierungsarten sein.

Finanz- und IT-Sektor

Besonders im Finanzsektor werden vermehrt biometrische Technologien zum Einsatz kommen, auch in Österreich. Ab dem Sommer 2017 können Mastercard-Besitzer Zahlungen mit Selfie statt einem Passwort bestätigen. Microsoft soll ebenfalls demnächst biometrische Technologien in einem neuen Update für Windows 10 vorstellen. Die Erste Bank zeigt schon Interesse an biometrischen Lösungen.