FILE PHOTO: Bill Gates, Co-Chair of Bill & Melinda Gates Foundation, attends a conversation at the 2019 New Economy Forum in Beijing

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Bill Gates verrät die merkwürdigste Verschwörungstheorie über ihn

Die merkwürdigste Lüge, die Bill Gates über sich selbst gehört hat, sei die Verschwörungstheorie, er sei in der Entstehung des Coronavirus verwickelt. „Ich glaube, merkwürdiger als das wird es nicht“, sagt er in seinem Podcast, der in seinem neuesten Blogeintrag thematisiert wird. 

Menschen scheinen Unwahrheiten generell kaum widerstehen zu können, schreibt sagt Gates. Von kleinsten Notlügen bis zu großen Verschwörungstheorien – Lügen wirken anziehend. Im Podcast unterhält sich der Microsoft-Gründer gemeinsam mit der Schauspielerin Rashida Jones mit dem renommierten israelischen Historiker und Autor Yuval Noah Harari darüber, warum wir Lügen so einfach glauben.

Gemeinschaft schaffen

Laut Harari war die Fähigkeit des Menschen, Mythen und Fiktion zu erfinden, der Hauptfaktor, der es uns ermöglichte, Gemeinschaft zu schaffen. Menschen seien die einzige Spezies auf der Welt, die an Dinge glaubt, die sie nicht sehen könne, etwa Regierungen, Religionen oder Nationalismus. Diese physisch nicht greifbaren Konzepte würden Menschen aber eine Bedeutung geben, die ihnen hilft, Gemeinschaft, Infrastruktur und Innovation zu erzeugen. 

Harari unterscheidet aber zwischen Lüge und Fiktion. Denn Menschen kontrollieren die Welt, weil sie besser als jedes andere Tier kooperieren. Der Mensch sei gut darin, fiktive Geschichten zu erfinden und umgekehrt zu glauben. Fiktion sei etwas, woran jemand wirklich glaubt, etwa Religion. Im Gegensatz zu einer Lüge würde Fiktion aber nicht weitererzählt, um andere irrezuführen. Bei einer Lüge hingegen wisse man genau, dass es sich um eine Unwahrheit handelt, aber sie würde trotzdem erzählt, um Mitmenschen zu täuschen. 

Wiederkehrendes Muster

Lügen hätten laut Gates ein gewisses wiederkehrendes Muster inne - insbesondere der „Wir gegen die“-Gedanke - das sie für Menschen so befriedigend mache. Viele fühlen sich smart. Hingegen sei die Wahrheit Harari zufolge oft unangenehm, schmerzhaft und kompliziert. „Wir mögen Dinge nicht, die schwer verständlich sind. Wir bevorzugen es einfach“, sagt er.

So sei die Menschheit etwa grundsätzlich nicht darauf ausgelegt, zu verstehen, was ein Virus ist. „Unser Gehirn ist faul“, sagt er. Außer, wenn es um soziale Beziehungen geht – hier sei der Mensch ein Genie. Denn soziale Beziehungen waren ursprünglich wichtig, um in einem Stamm zu überleben und etwa Informationen über Feinde zu sammeln. 

Leben retten

In Bezug auf die Corona-Pandemie befänden wir uns laut Gates außerdem in einer verwundbaren Zeit, in der viel Angst herrsche. Gerade hinsichtlich einer Corona-Impfung seien viele Menschen verunsichert. Gates zufolge seien zwar nicht alle Vakzine perfekt und müssten umfassend erforscht und getestet werden - die Vorteile, die sie uns bringen, seien jedoch überwältigend. Nur so war es in der Vergangenheit überhaupt möglich, Millionen von Leben zu retten und viele Erkrankungen auszulöschen. 

Manchmal sei es in der Forschung aber auch nötig, Risiken einzugehen. Bis heute würde etwa an einem HIV-Impfstoff gearbeitet und Milliarden von Dollar in die Forschung gesteckt. Auch wenn das laut Gates auch in Zukunft erfolglos bleiben könnte, zahle sich Sturheit oft doch aus. 

Harari zufolge sei es nach wie vor essenziell, and Forschung zu glauben, auch wenn die Dinge aktuell manchmal nicht ideal scheinen. Dem Experten nach seien wir heute aber in einer viel besseren Situation als in der Vergangenheit, etwa zur Zeit der Pest, die etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung auslöschte. Damals habe niemand gewusst, worum es sich bei der Pandemie handelte. Und auch damals wurden Verschwörungstheorien verbreitet – etwa dass es sich um ein astronomisches Ereignis handelt oder dass Juden die Welt vergiften wollten. 

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