Digital Life
15.02.2018

Bitcoin-Mining behindert Suche nach außerirdischem Leben

Weil Grafikkarten wegen des anhaltenden Hypes um Kryptowährungen vergriffen sind, kann SETI nicht expandieren.

Das SETI-Projekt (Search for Extraterrestrial Intelligence), das in Radiosignalen nach außerirdischem Leben sucht, kämpft aufgrund des anhaltenden Hypes um Kryptowährungen mit Problemen. „Wir würden gerne die neuesten GPUs verwenden, aber wir bekommen sie einfach nicht“, sagt Dan Werthimer, Chief Scientist beim SETI-Programm in Berkeley. Die Grafikprozessoren können komplexe Berechnungen, wie sie für das Mining von Kryptowährungen oder die Analyse von Radiosignalen notwendig sind, besonders schnell durchführen.

„Das schränkt uns bei der Suche nach Außerirdischen und der Beantwortung der Frage ‚Sind wir allein? Ist da draußen jemand?‘ stark ein“, sagt Werthimer gegenüber der BBC. Das Problem sei vor allem in den vergangenen Monaten, als der Hype um Kryptowährungen seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, spürbar gewesen. Zuletzt bat sogar Grafikkarten-Hersteller Nvidia öffentlich darum, dass Händler diese nur mehr in „Haushaltsmengen“ verkaufen, um sicherzustellen, dass Gamer den Vorzug erhalten.

Während die „Miner“ komplexe Aufgaben lösen, um Transaktionen zu bestätigen und in weiterer Folge Kryptowährungen als Belohnung zu erhalten, benötigt SETI die Rechenleistung, um möglichst viele Signale auf einmal zu analysieren. „Bei SETI wollen wir so viele Frequenzen wie möglich untersuchen, weil wir nicht wissen, auf welcher Frequenz mögliches außerirdisches Leben seine Signale überträgt und welche Signalart sie nutzen – sei es nun AM (Amplitudenmodulation) oder FM (Frequenzmodulation)“, so Werthimer.

Preis verdoppelt

An einigen Teleskopen führen bis zu 100 GPUs gleichzeitig derartige Berechnungen durch. Die Kapazität an den Standorten Green Bank ( USA, West Virginia) und Parkes (Australien) wollte man ursprünglich aufstocken. Auch andere Forscher sind von der GPU-Knappheit betroffen. Ein Forschungsprojekt, das sich auf die Suche nach den ältesten Sternen in unserem Universum begeben sollte, kann sich die erforderlichen GPUs aufgrund des rasant gestiegenen Preises nicht mehr leisten. Nun benötigt man rund 32.000 US-Dollar mehr, um das eigentlich bereits finanzierte Projekt doch noch Wirklichkeit werden zu lassen.