Produkte 22.01.2018

Nvidia: Bitte verkauft Grafikkarten an Gamer, nicht an Miner

Die Nvidia Geforce GTX 1080 ist bei Mindern derzeit besonders gefragt © Bild: Nvidia

Aufgrund des Bitcoin-Hypes sind leistungsstarke Grafikkarten sehr gefragt. Der Weltmarktführer Nvidia empfiehlt Händlern eine Beschränkung der Abgabemenge.

Die Bitcoin-Hysterie sorgt derzeit dafür, dass Highend-Grafikkarten zur Mangelware werden. Für das Schürfen der Kryptowährung sind diese nämlich besonders gut geeignet. Miner bauen deshalb eigene Computer und Rigs mit möglichst vielen Grafikkarten, um schneller schürfen zu können.

Darunter leiden die Gamer, für die die Grafikkarten eigentlich gedacht sind. Damit diese, die eigentlich die Hauptkäufergruppe von Highend-Grafikkarten sind, nicht allzu sehr unter dem aktuellen Engpass leiden, bittet Nvidia die Online-Händler Maßnahmen zu ergreifen.

„Um den GeForce-Gamern auch in der aktuellen Situation weiterhin eine gute Verfügbarkeit von GeForce-Grafikkarten zu gewährleisten, empfehlen wir unseren Handelspartnern, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um den Bedarf der Gamer wie gewohnt abzudecken“, so ein Sprecher von Nvidia gegenüber Computerbase.

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Zwei Grafikkarten pro Kunde

Einige populäre Online-Stores für PC-Gamer, wie Alternate, Mindfactory und Caseking, kommen dieser Bitte von Nvidia nach. Sie haben eine maximale Abgabemenge für Grafikkarten eingeführt. Viele verkaufen nur noch zwei Exemplare derselben Grafikkarte gleichzeitig an Kunden. Auch bei ATI-Grafikkarten gibt es diese Beschränkung.

Im deutschsprachigen Raum wirkt sich die Knappheit an Grafikkarten merkbar aus. So sind viele Topmodelle zwischen April und August deutlich teurer geworden. So ist etwa eine Asus GeForce GTX 1080 Ti OC von 788 Euro auf derzeit 908 Euro gestiegen, wie die Preisentwicklungs-Grafik auf geizhals.at zeigt.

Wie Computerbase berichtet, seien in Deutschland Bestellung von fünf bis zehn Grafikkarten bei Online-Stores keine Seltenheit gewesen, bevor die Abgabemenge beschränkt wurde. Per Mail soll bei einigen Händlern sogar für 100 und mehr Grafikkarten gleichzeitig angefragt worden sein. Diese Anfragen sollen vorwiegend aus Osteuropa kommen.

Werksverkauf

Die Beschränkung der Mengenabgaben dürfte die Verfügbarkeit und damit die Preise aber nur bedingt stabilisieren. Denn wie Toms Hardware berichtet, gibt es einige Hersteller, die ihre Grafikkarten in großen Stückzahlen direkt ab Werk an Miner verkaufen.

In einigen Fällen werden die Karten angeblich sogar ohne Lüfter und PCI-Haltung, also direkt für die Bedürfnisse der Miner angepasst, verkauft. Nvidia könnte Empfehlungen an die Grafikkarten-Hersteller aussprechen, aber ob diese die Empfehlungen befolgen werden, ist fraglich.

( futurezone ) Erstellt am 22.01.2018