Digital Life
15.01.2014

BKA verzeichnet Erfolge gegen Cyberkriminalität

Laut dem Bundeskriminalamt gehen die Opferzahlen durch Cyberkriminalität zurück. Das Sicherheitsbewusstsein österreichischer Internetnutzer sei gestiegen.

Das Bundeskriminalamt (BK) sieht sich im Kampf gegen die Cyberkriminalität auf einem guten Weg. "Wir sehen eine deutliche Abflachung bei der Zahl der Opfer", sagte der Direktor des BK, Franz Lang, im APA-Gespräch. "Das große, naive, verwundbare Cyberopfer sind wir nicht mehr." Dennoch werde auch 2014 der Kampf gegen Cybercrime einer der Schwerpunkte bleiben.

IT-Kriminalität hatte in den vergangenen Kriminalstatistiken besonders große Zuwachsraten. So sprach das Bundeskriminalamt noch im vergangenen September von einer Verdoppelung der Anzeigen. Aber die Österreicher machen es den Tätern Lang zufolge nicht mehr so einfach. Der BK-Direktor führte das vor allem auf eine breite Informationskampagne nicht nur der Polizei, sondern auch von Arbeiterkammer, Verein für Konsumenteninformation, Ministerien und anderen Institutionen zurück.

Organisierte Kriminalität im Netz

Lang betonte, dass auch die Ermittlungsschiene besonders wichtig sei. Die Cybercrime-Fahnder benötigen besonders große Fachkenntnisse. Und Geduld: Sie müssen Vertrauen der Täter erlangen, um in das sogenannte "Dark Net" eindringen zu können. In dieser virtuellen zweiten Welt werden praktisch alle kriminellen Geschäfte abgehandelt. Zugang zu den Codes für das "Dark Net" erhält man nur gegen Vertrauen.

Ein Beispiel: Die weltweit aktive Online-Drogenbörse "Silk Road" lief ausschließlich über das "Dark Net". Neben dem Hauptverdächtigen aus den USA befanden sich maßgeblich Beteiligte in Österreich, die den Handel in Mitteleuropa kontrollierten. Dementsprechend spielten heimische Ermittler beim Ende der "Silk Road" eine wesentliche Rolle.

Langs Conclusio: "Die Ermittlungen gegen solche gefährlichen Strukturen sind absolut erforderlich." Die Organisierte Kriminalität geht neue Wege: "Die Verursachung kleiner Schäden bei möglichst vielen Opfern", umschrieb das Lang. Das sei umso schwerer nachzuverfolgen. Im Zuge solcher Ermittlungen entstanden übrigens neue Polizeikooperationen, die heimische Ermittler vor gar nicht allzu langer Zeit nicht für möglich gehalten hätten. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Kollegen in Burma.

NFC als relativ sicher erachtet

Zur Aufklärung und Ermittlung kommen bei der IT-Kriminalität auch Untersuchungen des Gefahrenpotenzials technischer Neuerungen. Derzeit beschäftigt die IT-Spezialisten des BK das kontaktlose Zahlen mit der Bankomatkarte per Near Field Communication (NFC), bei der sich Kunden das Eingeben von Codes weitgehend ersparen. Langs vorläufiges Urteil aus Sicherheitsperspektive: "Das ist nach unseren bisherigen Erkenntnissen nicht sehr beunruhigend." Der 100-Euro-Schein in der Geldbörse stellt für die Experten ein bedeutend höheres Risiko dar.

"Technisch ist nahezu alles realisierbar", betonte Franz Lang im Hinblick auf Attacken zum Anzapfen der NFC. Aber es muss für die Täter auch nutzbar, anwendbar und praktisch nicht zu entdecken sein - was derzeit nicht der Fall sein dürfte.