Digital Life
24.01.2019

Brite soll Kryptowährungen im Wert von zehn Millionen Euro gestohlen haben

Mithilfe eines manipulierten Passwort-Generators hat ein 36-jähriger Brite Wallets der Kryptowährung IOTA gekapert.

Wegen des Diebstahls von Kryptowährungen im Gegenwert von zehn Millionen Euro ist in Großbritannien ein 36-Jähriger festgenommen worden. Der Verdächtige habe weltweit 85 Menschen geschädigt, teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Ermittler hatten den Mann im südenglischen Oxford mit Unterstützung durch Europol aufgespürt.

Mit Passwort-Generator Zugang erschlichen

Laut Polizei wurde der Diebstahl der Kryptowährung IOTA bereits im Jänner 2018 bekannt. Der Brite kam mit einer relativ einfachen Masche an die IOTA-Wallets: Er betrieb unter dem Nicknamen "Norbertvdberg" Hilfe für IOTA-Nutzer an, unter anderem in der Form eines Seed-Generators für IOTA-Wallets.

Dieser generierte 81-stellige einzigartige Passwörter, mit denen man sich beim IOTA-Wallet einloggen kann. Obwohl die Webseite versprach, keinerlei Daten aufzuzeichnen, speicherte der Generator die Passwörter und nutzte diese, um Kontrolle über die Wallets zu erlangen. Der Dienst war zumindest sechs Monate lang, zwischen August 2017 und Jänner 2018, online.

Polizei bittet um Mithilfe

Die Festnahme des 36-Jährigen erfolgte am Mittwoch. Die Beamten beschlagnahmten Computer, Datenträger, Drogen und Bargeld. Unterstützt wurden die deutschen Ermittler von europäischen Sicherheitsbehörden und Europol. Noch nicht bekannte Opfer des Diebstahls sind aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden.