Digital Life
12.07.2016

Chef des Mutterkonzerns von UPC: Netflix lügt

Mike Fries, CEO der UPC-Mutter Liberty Global, sieht das Problem für schlechte Streaming-Qualität nicht in seinen Netzen, sondern bei Netflix.

Mike Fries ist der CEO des britischen Kabelkonzerns Liberty Global. Dieser hat über 27 Millionen Kunden weltweit. In Österreich ist er mit UPC vertreten, in Deutschland mit Unitymedia. In einem Interview mit dem deutschen Handelsblatt sprach er über die Beziehung zu Netflix.

Demnach findet er Dienste wie Netflix gut. Es seien Zusatzangebote zum Kabelanschluss. Zudem benötigen die Kunden Bandbreite für solche Dienste, die man ihnen gerne zur Verfügung stelle. Aber: „Uns stört nur, wenn jemand lügt.“

Nicht unser Fehler

Netflix und andere Anbieter haben sich darüber beschwert, dass ihre Dienste bei uns oder anderen langsamer laufen. Sie erstellen ein Ranking von Internetanbietern, auch in Deutschland, wie gut ihre Filme gesehen werden können. Wenn es Probleme gibt, hängt das allerdings oft damit zusammen, dass sie uns die Daten nicht richtig zuführen. Das ist also nicht unser Fehler.“ Es ärgert ihn, dass Netflix Anbieter dazu bringen will, einen Deal abzuschließen „oder sie bestraft, wenn sie es nicht tun.“

Netflix bietet Providern an Open Connect Appliances (OCA) in deren Datenzentren zu installieren. Die Inhalte werden dann lokal anstatt über das Internet gestreamt. Das soll Bandbreite freihalten und den Kunden des Providers die beste Netflix-Qualität liefern.

UPC nimmt an dem Open-Connect-Programm nicht teil, weil es keinen Grund dazu gebe. Das eigene Netz entspreche modernen technischen Standards, eine hochqualitative Übertragung sei problemlos möglich.