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Festival
09/21/2011

Coded Cultures: "Die Stadt neu erleben"

Das Wiener Medienkunstfestival Coded Cultures, das am Mittwochabend beginnt, inszeniert die Stadt als Interface und will neue Möglichkeiten der Stadtwahrnehmung eröffnen. Zwei Wochen lang finden an 13 Orten und im öffentlichen Raum in Wien Austellungen, Performances, Workshops, Vorträge und Diskussionen statt.

von Patrick Dax

"Wie kann ich die Stadt neu erleben?" Dieser Frage widmet sich ab Mittwoch zwei Wochen lang das Wiener Medienkunstfestival Coded Cultures. "Wir wollen zeigen, wie sich durch Medien und künstlerische Interventionen ein Perspektivwechsel für Stadtbenutzer ergeben kann", sagt Georg Russegger, der gemeinsam mit  Matthias Tarasiewicz and Michal Wlokowski von der Gruppe super5net das umfangreiche Festivalprogramm zusammenstellte.

Bot-Orchester ...
Die Stadt als Experimentierfeld für künstlerische Anwendungen wird dabei exemplarisch an drei Fokuszonen in Wien vorgeführt. Am Donnerstag ist am Donaukanal zwischen Salztorbrücke und Franzensbrücke unter anderem das Secret Orchestra von Leo Peschta zu hören. Das aus kleinen Robotern bestehende Ensemble sammelt urbane Soundeindrücke und entwickelt daraus Kompositionen, die auch konzertant zur Aufführung gebracht werden.

... und Tools für das Guerilla Gardening
Offene Soft- und Hardware für urbane Gärtner präsentiert das Projekt Re:Farm The City, das bereits in Städten wie Sao Paolo, New York, Paris, Barcelona und Buenos Aires präsent ist. Nun sollen auch in Wien mit Hilfe offener Technologien städtische Flächen bewässert und bepflanzt und auch Tipps zur Weiterverarbeitung der geernteten Lebensmittel gegeben werden.

Internationale Vernetzung
Präsentiert wird das Guerilla-Gardening-Projekt vom Media Lab Prado, das ebenso wie die Berliner Transmediale, das Amber Festival Istanbul und das Enter Festival Prag von den Veranstaltern eingeladen wurde, Programmpunkte im Festival zu kuratieren. Die internationale Vernetzung von Festivals ist am Freitag beim Fokustag MuseumsQuartier Thema. Am Samstag stehen die zahlreichen Offspaces, Ateliers, Projekträume und Gallerien im zweiten Wiener Gemeindebezirk im Fokus des Festivals.

Dort wird auch der Großteil der Ausstellungen des Festivals präsentiert. In den Off-Spaces finden auch Workshops statt, in denen Künstler ihre Arbeiten und die dabei verwendeten Technologien erläutern und auch praktische Hilfe beim Umsetzen von Ideen geben werden.

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Talk-Reihe
Theoretische Fragen stehen ab kommenden Dienstag vier Abende lang in der Wiener Urania in Rahmen einer Talk-Serie am Programm. Der Medienkünstler und Autor Armin Medosch gestaltet einen Abend zu Technopolitics.  Das Wiener Magazin "derive" geht Fragen zur Stadtentwicklung nach. Leo Findeisen und Markus Zimmermann widmen sich im Rahmen von Future Fluxus der Krise der Medienkunst, den 50. Geburtstag von Fluxus und dem Kampf um die Anonymität. Fragen der Spielekultur werden am Freitag, den 30. 9., unter dem Thema: "Fuck the Magic Circle - We need Game Ethics!?" vom Berliner Games Culture Circle erörtert.

Eröffnet wird das Festival am Mittwochabend im Wiener Odeon (1020, Taborstraße 10). In der ehemaligen Wiener Getreidbörse werden Programmpunkte und Positionen des Festivals mittels des Präsentationsformats Pecha Kucha im Schnelldurchlauf präsentiert. Der Eintritt ist frei.