Digital Life
05.07.2012

Computer sind die besseren Kriminologen

. © Bild: Barbara Gindl, apa

Könnten in Zukunft Computer die besseren Streifen-Polizisten sein? Kürzlich durchgeführte Tests in Los Angeles sagen: Ja. Mittels vorhandener Daten und Parameter wird ein Programm gespeist, das die Gegenden berechnet, in denen am wahrscheinlichsten ein Verbrechen passiert.

Wie Technology Review berichtet, wird in Kalifornien gerade ein Programm getestet, welches Streifen-Polizisten beim Verhindern von Einbrüchen oder Diebstählen helfen soll. Im Bezirk Foothill haben die Polizisten während ihrer Streife die vom Computer als gefährdet eingestuften Gegenden stärker überwacht. Dadurch sank die Verbrechensrate um 25 Prozent - ein im Vergleich zu benachbarten Bezirken herausragender Wert.

Vorgehensweise
Das System erstellt automatisch für jede Streife eine neue Karte. Diese werden mit roten Quadraten markiert, 150m misst jede Seite, welche dann die zu patroullierenden Bereiche anzeigen. Basierend auf Daten von früheren Verbrechen werden Zeit und Ort gespeichert. Außerdem weiß das Programm, dank soziologischer Studien, dass Verbrecher gerne an die Orte zurückkehren, wo ihre Beutezüge erfolgreich waren. Für jede Streife werden die voraussichtlich betroffenen Gebiete neu berechnet und auf Karten markiert.

Signifikanz
Durch einen Test im Zeitraum November 2011 bis April 2012 wurde überprüft, ob die markierten Bereiche des Computer-Programms treffender sind als jene der von Kriminologen ermittelten Gegenden. Die Software wies eine drei Mal höhere Erfolgsquote als der Mensch auf.

Der große Vorteil des Programms liegt laut den Programm-Befürwortern darin, dass die Polizisten weniger Zeit für Bürokratie aufwenden müssen und dadurch mehr Präsenz zeigen können. Die Polizei von Las Vegas sagt, dass schon die alleinige Präsenzsteigerung viele Verbrecher von ihrem Plan abhält. Die Technologie wird in Santa Cruz und 6 Bezirken von Los Angeles eingesetzt und wird momentan in weitere Städte expandiert.