Digital Life
06.07.2017

„Cyber Security braucht kreative junge Menschen“

Das Austrian Institute of Technology unterstützt die Cyber Security Challenge 2017, bei der Nachwuchstalente im Bereich Cybersicherheit gesucht werden.

„Cyber Security ist für die Digitalisierung unserer Welt (Industrie 4.0, IoT, digitaler Transport, autonomes Fahren, etc.) eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Gesellschaft“, sagt Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am Austrian Institute of Technology (AIT). Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und spezialisiert auf die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft. Jährlich werden 20 Millionen Euro in Forschungsprojekte zum Thema Cyber Security investiert.

Das AIT ist auch einer der Unterstützer der Austria Cyber Security Challenge. Bei dem Wettbewerb für Studenten und Schüler werden Nachwuchs-IT-Talente gesucht. „Die Digitalisierung und damit immanent gewordene Cybersicherheit stellen unseren Wirtschaftsstandort, aber auch unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen, um die neuen Techniken zu beherrschen und in unseren Dienst zu stellen. Dazu braucht es kreative und gut ausgebildete junge Menschen. Ein Format wie die Cyber Security Challenge ist ein hervorragender spielerischer Ansatz zur Motivation junger Menschen, sich auch mit High-Tech auf internationalem Niveau zu beschäftigen.“

Nachwuchsexperten

Am AIT forschen 1.300 Personen. Im Bereich Cybersicherheit sind mehr als 180 Personen tätigt. Die IT-Sicherheits-Experten nutzen die Kooperation mit der Cyber Security Challenge, um sich mit den neuen Talenten auszutauschen und zu vernetzen. Dazu gehört auch die Einbindung der Nachwuchsexperten in internationale Netzwerke und Projekte.

Für die teilnehmenden Studenten ergeben sich so Karrierechancen. Das AIT ist laufend auf der Suche nach jungen IT-ExpertInnen. Eine wissenschaftliche Karriere am AIT gehe idealerweise mit einem Universitätsabschluss einher. Daher sei die Cyber Security Challenge Austria als High-end Ausbildung und ideale Ergänzung für junge Menschen zu betrachten.

Projekte

Am AIT wird zusammen mit Akteuren aus der Wirtschaft und Industrie an vielen IT-Security-Projekten geforscht. Ein Themenschwerpunkt derzeit ist Künstliche Intelligenz und Machine Learning. Mit SPARKS gibt es zudem ein Projekt, das Grid-Systme auf Schwachstellen hin analysiert, um Werkzeuge und Technologien zu entwickeln, die diese Systeme in Echtzeit schützen können.

Das Ziel von RASSA ist, eine Referenzarchitektur für Smart-Grid-Systeme in Österreich zu schaffen. Leopold: „Damit können sichere und interoperable Smart-Grid-Systeme effizient umgesetzt werden. So wird als Teil der RASSA-Initiative auch die sichere Kundenanbindung über ein interoperables Smart-Metering-Gateway realisiert.“

Beim Projekt CAIS arbeiten AIT-Experten an neuen Sicherheitstechnologien, wie z.B. Techniken zur Anomalieerkennung, Methoden für den organisationsübergreifenden Austausch von Informationen über Cyber-Incidents zur besseren Abwehr von Cyberangriffen und innovativen Tools zur Risiko- und Bedrohungsanalyse. Das Ziel: die Widerstandsfähigkeit der heutigen vernetzten Systeme zu stärken und ihre Verfügbarkeit und Vertrauenswürdigkeit zu erhöhen.

Zukunftsträchtig

Der Bedarf für Arbeitskräfte im Bereich Cyber Security wird schnell steigen: „In Österreich wird 2018 ein Cyber-Security-Gesetz in Kraft treten. Auf EU-Ebene wird das Datenschutzrecht vereinheitlicht und tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Danach müssen Unternehmen nachweisen, dass sie personenbezogene Daten ausreichend schützen und dies gegenüber Behörden auch unter Beweis stellen. Zu den Schutzmaßnahmen gehören Risikoanalyse sowie Implementierung von Cybersicherheit. Aus diesem Grund brauchen wir neue Methoden, Prozesse und Technologien, aber vor allem auch höchst ausgebildete MitarbeiterInnen in unseren Unternehmen“, sagt Leopold.

Auch bei internationalen Unternehmen sind österreichische IT-Security-Mitarbeiter gefragt: „Österreich genießt international einen ausgezeichneten Ruf in der Sicherheitsforschung. Österreichische High Tech-Unternehmen sind weltweit erfolgreich aktiv. Das akademische Know-How ist vorhanden, es gibt viele Forschungszentren, Universitäten und FHs mit jeweils definierten Themen und Schwerpunkten in diesem Kontext.“

Teilnehmen an der Cyber Security Challenge

Die Cyber Security Challenge läuft noch bis 27. August. Die Teilnahme ist für Schüler, Studenten und Lehrlingen, im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, möglich. Ende September findet das Finale statt. Die Sieger bilden das österreichische Nationalteam und werden beim Finale der European Security Challenge, das heuer in Spanien stattfindet, mit Teams aus 13 anderen Nationen um den Sieg kämpfen.

Wer ein wenig in die Welt der Cyber Security hineinschnuppern will, kann an der Starter Challenge Level 1 teilnehmen. Hier können sich auch Erwachsene und Nicht-Schüler an 16 kniffligen Aufgaben versuchen.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Cyber Security Austria.