Digital Life
29.08.2018

Daimler wollte E-Laster der Post kopieren und flog auf

Über eine Tarnfirma hat sich Daimler ein Elektroauto der Deutschen Post ausgeliehen, um es sich genauer anzuschauen. Der Plan flog jedoch auf.

Der Streetscooter, wie die Deutsche Post ihr selbst entwickeltes E-Zustellfahrzeug nennt, ist ein so großer Erfolg, dass sich auch andere Unternehmen dafür interessieren, ihn künftig einzusetzen. Die Post selbst erkannte die Gelegenheit, selbst als Lieferwagenhersteller in Erscheinung zu treten und bot Interessierten an, das Fahrzeug zu testen. Neben Pizzalieferanten und Dachdeckern fand sich unter den Kunden auch auch die Konkurrenz, wie CNet unter Berufung auf den Spiegel berichtet.

Unter einer Tarnfirma wollte Daimler das Fahrzeug ausleihen, um es dann genauer unter die Lupe zu nehmen und so möglicherweise etwas abzukupfern. Geheim blieb dieser Plan aber nicht, da die Computer der Post sofort anschlugen, als die Firma eingegeben wurde.

Nachdem die Ingenieure alarmiert waren, orteten sie das Fahrzeug per GPS und sahen, dass es von der Teststrecke auf das Firmengelände von Daimler nach Stuttgart fuhr.

„Branchenüblich“

Daimler selbst gab sich auf Spiegel-Anfrage wenig einsichtig und sprach lediglich davon, dass derartiges Vorgehen „brachenüblich“ sei. Es ist auch nicht der erste derartige Vorfall, der publik wurde. So mietete Daimler vor einiger Zeit auch einen Tesla, um ihn dann ramponiert zurück zu geben. Auch damals verwies der Autohersteller darauf, dass es sich um einen „üblichen Vorgang“ handelte.