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Privatsphäre
09/24/2011

Die Fallen der neuen Facebook-Profile

Die neuen Nutzerprofile sehen schick aus, präsentieren sich übersichtlich und laden zum Verweilen ein. Doch wie ein erster Test der futurezone zeigt, lauern viele Tücken hinter dem neuen Erscheinungsbild.

von Claudia Zettel

Facebook hat am Donnerstag völlig neu gestaltete Profilseiten

. Fast wie in einem Hochglanz-Magazin können sich die Nutzer künftig in dem Netzwerk darstellen. Doch hinter der schönen Verpackung lauern neue Risiken für die User.

Zeitleiste
Die neue Timeline wirkt im ersten Moment wie eine wunderbare Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Doch alles, sei es noch so peinlich, ist jetzt für jeden Kontakt in Sekundenschnelle auffindbar. Viele Nutzer gingen anfangs offenherziger mit ihrer Privatsphäre um, haben mittlerweile neue Kontakte, denen sie Beiträge von damals nicht mehr zeigen würden. Nun liegt alles auf dem Präsentierteller. Die Postings können zwar einzeln „versteckt“ werden, doch wäre dies angesichts der Fülle an Beiträgen eine schier unlösbare Aufgabe. So kann es sein, dass der neue Chef einen Beitrag aus dem Jahr 2008 findet, den er niemals hätte lesen sollen und der bisher in den Untiefen der Profile verborgen lag. Facebook bietet dazu nur eine neue Einstellung an, über die „öffentliche“ Posts aus der Vergangenheit aus der Timeline genommen werden können. Alles andere bleibt Teil des Problems.

Ticker
Der kürzlich eingeführte Echtzeit-Ticker, der nun den Newsfeed ergänzt, zeigt jede noch so kleine Aktivität jedes befreundeten Nutzers an. Auch bislang wurden Likes, Kommentare, etc. schon auf den Profilen und im Nachrichtenfeed festgehalten, gingen aber oft in der Masse unter, beachtet wurde meist nur das, was enge Freunde im Netzwerk machten. Nun ist die totale Überwachung perfekt: Dem User entgeht absolut nichts mehr, plötzlich wird man auf Dinge aufmerksam, die man sonst gar nicht beachtet hätte. Jeder Schritt wird live übertragen. Das Hauptproblem: Der Ticker kann nicht abgestellt werden, jeder wird automatisch erfasst.

Neue Symbole
Neben der Statusleiste im Profil kann man neben den bisherigen Angaben (Ausbildung, Wohnort, etc.) zusätzliche Kästchen ausfüllen. Dabei ist allerdings zur Vorsicht geraten, Facebook fragt hier nach besonders intimen Details. Unter dem Herzsymbol wird jetzt nicht mehr nur nach dem Beziehungsstatus gefragt, Facebook will gleich wissen, wann ein geliebter Mensch verstorben ist - Foto-Upload-Möglichkeit inklusive. Unter dem neuen Symbol eines Apfels wiederum soll man seine persönliche Krankengeschichte offenlegen: Wann hat man sich ein Bein gebrochen? Wann wurde eine schlimme Krankheit überwunden? Dagegen erscheint der Menüpunkt "Milestones and Expierences" fast schon langweilig. Hier soll der User angeben, wann er beispielsweise eine neue Sprache gelernt oder ein anderes Land besucht hat.

Nutzer sollten bei derart heiklen Informationen künftig noch genauer überlegen, was sie einer mehr oder weniger breiten Öffentlichkeit preisgeben wollen. Denn so viel haben die neuen Umstellungen bei Facebook wieder einmal gezeigt: Im Internet ist nichts und niemand zu 100 Prozent privat. Geht einem das neue Facebook-Leben tatsächlich zu weit, bleibt als letzte Möglichkeit der Ausstieg. Eine Anleitung, wie man am besten sein Konto deaktiviert, findet sich

.

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