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Österreich Die heimischen Start-ups des Jahres.

Foto: iStockphoto
Von mobilen Musik- und Sport-Applikationen über Online-Shopping- und E-Learning-Angebote bis hin zu innovativen Präsentationslösungen: Die FUTUREZONE stellt zehn österreichische Start-ups vor, die 2010 mit innovativen Diensten und Ideen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Sie sind keine Googles, Facebooks oder Twitters, jonglieren weder mit Investoren-Millionen noch mit Milliarden-Bewertungen und bekommen auch keine Coverstories von großen US-Magazinen: Trotzdem darf man getrost behaupten, dass Österreich eine ganze Reihe an Internet- und Technologie-Start-ups hervorgebracht hat, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen und ein erfolgreiches Jahr 2010 hinter sich haben.

Das FUTUREZONE-Team kürt mit dieser Geschichte die aus Redaktionssicht besten Internet-Firmen des Jahres, die 2010 entweder einen gelungenen Start hingelegt haben, ihr junges Geschäft auf stabile Beine stellen konnten oder ihre Vision gelungen weiterentwickelt haben. Unsere Start-up-Gewinner des Jahres in alphabetischer Reihenfolge:

Busuu: Die Sprachlern-Plattform etabliert sich


Bernhard Niesner und sein Liechtensteiner Partner Adrian Hilti haben es schlau gemacht: Ihre Sprach-Lern-Plattform Busuu.com, die seit 2008 online ist, betreiben sie von Madrid aus. Anstatt sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, haben sie 2010 insgesamt sieben iPhone-Apps zum mobilen Sprachenlernen gelauncht und außerdem Partnerschaften mit den Verlagen PONS und Collins abgeschlossen. Wohl am wichtigsten ist, dass Busuu den Meilenstein von einer Million Nutzer im Oktober erreichte und zudem eine Kampagne für die aussterbende Sprache Busuu in Kamerun gestartet hat.

Garmz: Jung-Designer bestücken Online-Shop


Im Frühling 2010 an den Start gegangen, hat Garmz.com von den Gründern Andreas Klinger und Tamas Locher eine für heimische Verhältnisse beachtliche Entwicklung hingelegt. In kurzer Zeit sammelte man genug Entwürfe, um die Community über die besten Designs abstimmen zu lassen, im Dezember wurde schließlich der Online-Shop eröffnet. Dazwischen flitzten die Gründer im September nach London, um bei der "Seedcamp Week 2010" ein Preisgeld von 50.000 Euro abzuräumen. Auch bei einer der wichtigsten Web-2.0-Konferenzen Europas, der "Le Web" in Paris, war Garmz vertreten. Für 2011 steht der Wechsel nach London an.

Mobilizy: Augmented Reality als Navigationshilfe


Wenn Österreich 2010 international mit einer neuen Technologie auf sich aufmerksam machen konnte, dann war es "Augmented Reality". Maßgeblich an der Popularität der mit digitalen Informationen angereicherten Realität ist die Salzburger Firma Mobilizy von Gründer Philipp Breuss-Schneeweis. Er baute seinen als Bastelei gestarteten "Wikitude World Browser" sukzessive zum Geschäftsmodell aus, gewann in Abu Dhabi den "World Summit Award Mobile" und startete kurz vor Weihnachten gemeinsam mit T-Mobile "Wikitude Drive". Damit wurde erstmals die "Augmented Reality"-Technologie als massentaugliche Navigationshilfe im Auto verfügbar, die sowohl der besseren Orientierung als auch der Sicherheit am Steuer zuträglich ist.

Play.Fm: DJ-Sets direkt aus dem Club

Bei dem 2004 von Georg Hitzenberger in Wien gegründeten Start-up Play.Fm dreht sich alles um elektronische Musik und Clubkultur. Auf der Plattform befinden sich mehrere tausend DJ-Sets von Künstlern aus über 180 Ländern der Welt, auf die Nutzer per Streaming zugreifen können. Nach einem erfolgreichen Relaunch des Webportals legten 2010 die Nutzerzahlen deutlich zu: Die Website verzeichnete 2010 etwa 150.000 Unique Visitors pro Monat. Zudem übersiedelte die Play.Fm Lounge, eine Homebase für die Wiener Szene-DJs, vom Museumsquartier übers Xpedit ins Flex Café. Mit der Entwicklung einer mobilen App für iPhone, Android- und Windows Phone 7-Smartphones will Play.Fm im Jänner 2011 punkten. Die mobile App erscheint rechtzeitig zur Musikmesse MIDEM.

RJDJ: Individuelle Soundtracks

Die Applikationen des vom Vorarlberger Michael Breidenbrücker gegründeten Unternehmens Reality Jockey Ltd. nutzen Apples iPhone, iPad und iPod touch zur individuellen Musikproduktion. RJDJ vermischt vorgefertigte Samples mit Umweltgeräuschen, die über das Mikrofon des Smartphones aufgenommen werden. Die Soundcollagen können durch Bewegungssensor und Touchscreen zusätzlich modifiziert werden. Anders als beim Abspielen statischer Musik-Files entsteht so jedesmal ein neuer Track. Seit kurzem ist auch eine App zu Christophers Nolans Science-Fiction-Thriller "Inception" erhältlich, die von Breidenbrücker gemeinsam mit dem Filmmusikkomponisten Hans Zimmer und Regisseur Nolan konzipiert wurde.

Runtastic: Sport-Tagebuch für Läufer und Radfahrer

Die runtastic GmbH rund um Florian Gschwandtner veröffentlichte 2010 ihre erfolgreiche Smartphone-App runtastic für iPhones, BlackBerrys und Android-Smartphones. Dabei geht es um die Erfassung und Verwaltung von Sportdaten und darum, dass sich Sportenthusiasten mit Gleichgesinnten austauschen können. Beim Sport werden dabei die Lauf- oder Fahrzeit, das Tempo, der Kalorienverbrauch und der Pulsschlag via GPS aufgezeichnet und direkt ins soziale Netzwerk für Sportler übertragen. Diese Daten können außerdem in einer Art Sport-Tagebuch dargestellt werden. Das Linzer Start-up gewann für diese Entwicklung 2010 die "A1 Challenge für Apps" und heimste ein Preisgeld von 50.000 Euro ein.

Struktable: Multitouch-Interface als Tisch

Die 2007 gegründete Strukt GmbH rund um Wolfgang Maier und Andreas Koller widmet sich interaktiven Medieninstallationen sowie Software- und Designkonzepten für Veranstaltungen. Dieses Jahr tourte die kreative Projektschmiede mit einer neuen Version ihres "Struktables" durch Deutschland und Österreich. Der Multitouch-Tisch mit den Maßen 1596 x 1036 x 830 Millimeter wurde mit neuer Hardware ausgestattet. Ein Exemplar steht derzeit im Besucherzentrum der Energie Steiermark, wo er zur Wissensvermittlung und zur Unterhaltung eingesetzt wird. Strukt entwickelte zu diesem Zweck auch eigene Multitouch-Spiele wie das "E-Motor-Puzzle", die Interesse für die Themen Stromverbrauch und erneuerbare Energien wecken sollen.

This.Play: Spielerischer Umgang mit Informationen


Das 2008 vom Medienkünstler Emanuel Andel und dem Programmierer Anthony Raijekoff gegründete Unternehmen entwickelt Lösungen, bei denen ohne Maus und Keyboard mit digitalen Inhalten interagiert werden kann. Zu den Produkten des Start-ups zählen etwa interaktive Wände und Böden, die zum spielerischen Umgang mit Informationen einladen. Ihre Lösungen bieten die beiden Gründer Unternehmen, Instutionen und Museen für Präsentationen an. Bei der diesjährigen Expo in Shangai setzten sie im Österreich-Pavillion eine "virtuelle Schneeballschlacht" in Szene. Über das Werfen von Schneebällen konnten Besucher dabei digitale Inhalte auf einer Projektionsfläche steuern.

Wienett: "Handwerk 3.0"

Das im Mai diesen Jahres gegründete Wiener Start-up Wienett unterstützt mit einem Online-Marktplatz Handwerker, Designer und Kleinunternehmer beim Verkauf ihrer Produkte. Im Sortiment finden sich Mode, Schmuck, Möbel und Accessoires. Die Auswahl der Produzenten unterliegt strengen Kriterien. Die Waren sollen fair produziert und größtenteils lokal hergestellt sein. Die beiden Gründerinnen Anita Posch und Martina Gruber sprechen dabei auch von "Handwerk 3.0". Die Zahl der neuen Selbstständigen steige stark, Handwerk werde neu interpretiert und mit eigenen Designleistungen versehen. "Wir sehen Wienett auch als ein Modell für zukünftiges Arbeiten."

Zooners: Web-Apps für Tourismus


Die EwwwENTS.com AG rund um Winfried Tschuggmall und Johannes Völlenklee entwickelte 2010 ihre ursprüngliche Idee von Zooners, einer Freizeitplattform mit virtuellen Visitenkarten, weiter. Seit November bietet das Start-up Hotels, Restaurants und Tourismusbetrieben mobile Apps anstelle von Visitenkarten im Netz an. Die Tiroler Tourismusregion Serfaus-Fiss-Ladis, die mehr als zwei Millionen Nächtigungen pro Jahr verzeichnet, dient dabei als Vorzeigeprojekt. Bei den Apps sind Echzeitinformationen mit Fotos, Videos und multimedialen Inhalten integriert. Dadurch, dass die Apps auf HTML5 basieren, können sie von Unternehmen auch ohne Drittanbieter (wie etwa App-Stores) vermarktet werden. Für 2011 plant Zooners die Integration von Augmented Reality (AR).

(Barbara Wimmer, Jakob Steinschaden, Patrick Dax)


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Garmz

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Play.Fm

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Wienett

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Zooners

(Barbara Wimmer, Jakob Steinschaden, Patrick Dax) Erstellt am 17.12.2010, 13:58

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