© Ritchie Pettauer

WBF 2010
11/02/2010

Die Welt der Blogger

Er ist nicht nur einer der bekanntesten Blogger Österreichs, sondern hat auch das "World Blogging Forum 2010" nach Wien gebracht: Im FUTUREZONE-Gespräch erzählt Ritchie Pettauer, welche Ziele er mit dem Event verfolgt und warum es in Österreich bald keine Barcamps mehr geben wird.

Auf den meisten Veranstaltungen, in denen es um Web 2.0, Social Media oder neue Spielformen des Internet geht, sitzt er - wenn nicht am Podium - in der Zuhörerschaft. 2009 war er beim ersten Wold Blogging Forum (WBF) dabei, das in Rumänien stattfand. Gleich danach wusste er, dass er diese Veranstaltung auch nach Wien bringen möchte. "Es war extrem spannend in Rumänien, weil ich dort Blogger kennengelernt habe, die man nicht nur nie oder selten trifft, sondern die aus zum Teil ganz anderen Beweggründen, als wir es gewohnt sind, bloggen", schildert Pettauer. Mit A1Telekom-Austria fand er schließlich einen Kooperationspartner, der es ermöglichte, nicht nur den Veranstaltungsort zur Verfügung zu stellen, sondern die teilweise prominenten Teilnehmer nach Wien zu bringen. Das World Blogging Forum am 13. November 2010 ist ein "Invitation-only-Event".

Thema des WBF 2010, das in englischer Sprache abgehalten wird, ist - auf einen Nenner gebracht - "Die Zukunft der Medien in den kommenden 10 Jahren." Es gibt insgesamt drei Sessions mit je drei bis vier fünfminütigen Impulsstatements. Dann wird diskutiert. "Ich bin wirklich gespannt, ob die Meinungen über die kommenden zehn Jahre weit auseinander gehen oder ob wir sie destillieren können", so Pettauer. "Schön wäre es, wenn wir uns auf gemeinsame Thesen einigen könnten."

Die Zukunft der Medien

In Wien werden etwa 200 Blogger aus 14 Nationen erwartet, einige davon waren auch beim ersten WBF 2009 in Rumänien dabei. So etwa die Veranstalterin des ersten WBF, die rumänische Bloggerin Mihaela Draghici. Auch der bekanntesten Blogger Frankreichs, der Pressesprecher von Citrön Paris, Eric Dupin ist in Wien. Der ehemalige Wirtschaftsjournalist Matthias Lüfkens, der jetzt beim World Economic Forum Davos arbeitet und dort für Social Media zuständig ist, ebenfalls. Mit Robert Basic ist auch einer der bekanntesten Blogger Deutschlands beim WBF 2010.

Der Kroate Marko Rakar https://vjetrenjaca.org/ ist einer der ersten Blogger überhaupt, er bloggt bereits seit fast zehn Jahren und beeinflusst mit seinem Blog die Politik. Der bekannteste türkische Social Media-Experte ist Tunc Kilinc, http://www.fikiratolyesi.com, aus Mazedonien kommt Darko Buldioski http://komunikacii.net, und der Weißrusse Yuri Zisser http://zisser.blog.tut.by wiederum leitet eines der bekanntesten und größten Internet-Portale Weißrusslands, http://www.tut.by. "Wir reden immer davon, dass das Internet die Grenzen obsolet macht, aber das stimmt ja nicht. Wer von uns kennt ein türkisches, ein weißrussisches oder ein mazedonisches Blog?", fragt Pettauer. Beim WBF gibt es die Möglichkeit, mit diesen Leuten zu diskutieren. Wien wird aber nur ein einziges Mal Veranstaltungsort sein, "das World Blogging Forum ist ein globaler Event, es muss jedes Jahr in einem anderen Land stattfinden."

Ein guter Blog?
Was macht einen guten Blog aus? "Sicherlich ist das eine Quantitätssache, ob er von vielen gelesen wird", sagt Pettauer, "also Unique Clients, Page Impressions." Dann gehe es freilich um die Inhalte des Blogs, um die Auseinandersetzung mit einem Thema, "um Themenführerschaft", so Pettauer. Schafft man es, von der Webgemeinde als "Auskenner" bezeichnet zu werden, entsteht die Community, die sich wiederum untereinander austauscht. Pettauer: "Und einen guten Blog erkennt man schließlich an der Qualität der Kommentare."

Bald keine Barcamps mehr
Obwohl das WBF in Wien nur ein einmaliger Event ist, kann sich Pettauer vorstellen, dass das WBF auch so etwas wie eine nationale Initialzündung und Startschuss für ähnliche Veranstaltungen in Österreich ist, denn: "Das Format Barcamp wird sich bald erledig haben", ist Pettauer überzeugt. "Ein Barcamp lebt vom Engagement der Leute, aber bei Barcamps in Städten sind gut zehn Prozent Teilnehmer Vertreter von Agenturen, die das KnowHow der echten Barcamp-Experten aufsaugen." Ab einer bestimmten Größe funktioniere ein Barcamp nicht mehr. 150 Teilnehmer, wie es etwa beim Barcamp Klagenfurt der Fall ist, seien das Limit. "Bei den Barcamps wird zwar das Catering immer aufwändiger, aber dafür sinkt die Zahl der aktiven Teilnehmer." Pettauer denkt bereits über alternative Formate nach.

(Gerald Reischl)

Das World Blogging Forum findet am 13. November in der Zentrale von A1 Telekom Austria, Lassallestrasse 9, 1020 Wien, statt. Die Registrierung ist bereits abgeschlossen, dennoch kann die FUTUREZONE noch 5 Tickets zur Verfügung stellen. Wer beim WBF 2010 teilnehmen will, schickt ein eMail an //service@futurezone.at// - die Tickets werden unter allen Einsendungen verlost. Auch einen Twitter-Hashtag gibt es zum Event: #wbfv2010.