Digital Life
23.06.2014

Diözese Graz-Seckau stellt tausende Taufbücher online

Die Diözesen Graz-Seckau und Maribor haben mehr als 9.000 Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher kostenlos online gestellt. So soll Ahnenforschung einfacher werden.

In kirchlichen Archiven befindet sich eine Fülle von Dokumenten, die für die familien- und besitzgeschichtliche Forschung interessant sind. Für das Gebiet der Steiermark und Nordsloweniens (Stajerska) wird die Recherche durch ein Digitalisierungsprojekt der Diözesen Graz-Seckau und Maribor erleichtert. Rund 9.000 Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher wurden erfasst und sind im Internet abrufbar.

Dokumentation ab 17. Jahrhundert

Staatlich geführte Personenstandsregister gibt es in Österreich erst seit dem Jahr 1939. Davor erfüllten die Matriken der Pfarrämter diese Funktion. Die katholischen Pfarr- oder Kirchenmatriken der Diözese Graz-Seckau und der Erzdiözese Maribor dokumentieren spätestens seit dem Beginn des 17. Jahrhundert die Taufen, Trauungen und Sterbefälle der jeweiligen Pfarrei, sagte Norbert Allmer vom Diözesanarchiv Graz-Seckau im Gespräch mit der APA.

Damit bieten sie dichte familiengeschichtliche Informationen und sind auch eine wichtige Quelle für die demografische, statistische und ortsgeschichtliche Forschung, etwa zu den Familienstrukturen und Berufen. Vor allem die Trauungsbücher sind ergiebige Quellen. Neben dem Trauungsdatum und den Namen der Brautleute sind auch deren Lebensalter, Beruf, Herkunft, Namen der Eltern und der Trauzeugen zu erfahren. Die Sterbebücher nach 1784 verzeichnen Sterbedatum und -ort, Alter und auch die Todesursache. "Von den bisher jährlich rund 2.500 Benutzern unseres Archivs recherchierten bisher 75 Prozent in familienbezogenen Belangen", so Allmer.

Sperre oder Digitalisierung

Nachdem die Forschung nach den eigenen Wurzeln immer mehr Interesse findet, wurde der Zugriff zu den Originaldokumenten aus konservatorischer Sicht zunehmend problematisch. "Um die Matriken auf lange Sicht zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten, sind wir vor der Alternative gestanden, sie früher oder später für private Forschung zu sperren - oder nach alternativen neuen Möglichkeiten zu suchen", erklärte der Leiter des Diözesanarchivs, Alois Ruhri. Die Digitalisierung der Dokumente lag nahe.

Da die in Slowenien liegende Stajerska bis 1919 Teil des einstigen Herzogtums Steiermark war, wurden auch gleich die Quellen der Erzdiözese Marburg einbezogen. Daher können die Familiengeschichten auch grenzüberschreitend beforscht werden. Insgesamt wurden drei Millionen Buchseiten digitalisiert und können im Internet kostenlos abgerufen werden. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln des Fonds für regionale Entwicklung der EU, des Landes Steiermark und des Staates Slowenien sowie der Diözesen.