Digital Life
02.09.2018

Dönmez-Tweet zu SPD-Politikerin: "Schau dir mal ihre Knie an"

Der ÖVP-Politiker Efgani Dönmez sorgt mit einem zu später Stunde verschickten Tweet für Aufsehen.

Mit einem Tweet über Berlins Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) sorgt der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez derzeit für Unmut in den sozialen Medien. Hintergrund war ein Artikel in der Berliner Morgenpost, der sich mit einem Tweet Cheblis rund um die Ausschreitungen in Chemnitz auseinandersetzte.

Der Twitter-User Ali Utlu (@AliCologne) tweetete den Artikel mit den Worten „Immer wieder gelingt es ihr, nicht die richtigen Formulierungen zu finden, immer wieder muss sie zurückrudern. Wie konnte sie jemals Staatssekretärin werden? Dönmez antwortete darauf am Samstag kurz nach Mitternacht: „Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort ;-)

Der Tweet wurde inzwischen gelöscht, das nachfolgende Posting führt zu einem Screenshot des ursprünglichen Tweets. 

Kritik hagelte es dazu unter anderem von Falter-Chefredakteur Florian Klenk: „Was will uns der ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez sagen? Dass SPD Staatssekretärin @SawsanChebli nur deshalb ihren Job bekommen hat, weil Männer wie er sie geil finden?“ fragt er.

Andreas Schieder, geschäftsführender Klubobmann der SPÖ, forderte von Dönmez, sein Mandat im Nationalrat zurückzulegen. „Herr Dönmez hat sich durch seine sexistische Bemerkung gegen die deutsche Staatssekretärin Chebli disqualifiziert. Ein derartiges Verhalten ist für einen Abgeordneten des Hohen Hauses untragbar und muss Konsequenzen nach sich ziehen“, schrieb er in einer Aussendung.

Entschuldigung am Sonntag

Utlu selbst versucht ebenfalls, sich von dem Statement des ÖVP-Politikers zu distanzieren. „Ich würde dich bitten diesen Tweet zu löschen. Mein Eingangstweet bietet keine sexistische Interpretation, sondern stellt eine Fachkompetenz Frage“, schreibt er als eine von bis dato 125 Antworten auf den ursprünglichen Tweet. Allerdings hatte er selbst das Dönmez-Statement mit einem „Like“ versehen.

Dönmez selbst hat sich am Sonntag via Twitter zu der Kritik geäußert.