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Drohnen helfen beim Wiederaufbau in Katastrophengebieten

“Es gibt kaum noch gute Nachrichten über Drohnen in den Medien”, beklagt Randy Braun, Global Director of Product Experience bei DJI, im Rahmen des Web Summit in Dublin. Es werde beklagt, dass die kleinen Quadcopter andere ausspionieren, dass sie zu Gefahrensituationen im Flugverkehr führen, usw. Doch Braun und seine Firma wollen beweisen, dass Drohnen auch einen guten Zweck, abseits herkömmlichen kommerziellen Einsatzes, erfüllen können. DJI mit Sitz im chinesischen Shenzhen ist einer der führenden Hersteller unbemannter Luftfahrzeuge, spezialisiert auf Luftbildfotografie. Die Technologie soll nun auch verstärkt eine Rolle in Katastrophen- und Krisengebieten spielen.

Gemeinsam mit der Organisation Humanitarian UAV Network hat DJI in Nepal ein Projekt gestartet, das beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben im Frühjahr dieses Jahres hilft. “Die lokale Bevölkerung, das sind die ersten Menschen vor Ort bei jeder Katastrophe - bevor irgendwelche Hilfsmannschaften eintreffen”, sagt Patrick Meier, Gründer Humanitarian UAV Network. “Können diese Menschen Drohnen zum Helfen nutzen? Wir sagen: Ja.”

Hochauflösende 3D-Fotos

Meier reiste in den nepalesischen Ort Panga nahe Kathmandu, um dort Luftaufnahmen mit Drohnen zu machen. Er traf sich mit Krisenmanagement-Teams vor Ort und eher aus Zufall heraus zeigte sich während seines Aufenthalts, wie nützlich die Aufnahmen und die daraus erstellten Karten für die Menschen in dem Katastrophengebiet tatsächlich sein könnten. Er wurde schließlich gebeten, seinen Aufenthalt zu verlängern, um noch mehr und detailliertere Aufnahmen zu machen, wie Meier am Web Summit erzählt.

Die Bevölkerung in Panga hilft bei der Kartenerstellung mit

“Die Leute brauchen für den Wiederaufbau Karten, sie brauchen hochauflösende Bilder, auf denen sie die Schäden an Gebäuden besser ausmachen und abschätzen können.” Meier entschloss sich letztlich den gesamten Ort einzubinden. Weil viele Menschen in Panga keinen Computer oder Internet haben, druckte er die mit den Drohnen gemachten Aufnahmen aus und legte sie der Bevölkerung vor. Die Menschen begannen, die Karten mit ihren eigenen Informationen zu erweitern, klebten Post-its an jene Stellen, wo etwa Schulen oder Krankenhäuser waren.

Kooperation mit lokalen Partnern

Doch das war nur der Anfang des Projekts, für das der DJI einige seiner Quadcopter beisteuerte. Meier und sein Team suchte nach Ansprechpartnern vor Ort, man vernetzte sich mit Technikern der Universität in Kathmandu. Es musste eine Flugerlaubnis eingeholt werden, den Studenten wurde beigebracht, wie man die Drohnen richtig fliegt. Im nächsten Schritt wurden digitale 3D-Karten erstellt, die einen viel genaueren Überblick über die beschädigten Gebäude geben und es so den Menschen beim Wiederaufbau erleichtern, das Ausmaß der Zerstörung abzuschätzen und entsprechend darauf zu reagieren.

Weitere Pläne

Drohnen sollen künftig aber nicht nur nach Katastrophen wie jener in Nepal eingesetzt werden. Meier kann sich etwa vorstellen, dass man die unbemannten Fluggeräte dazu nutzt, Medikamente in abgelegene Gebiete zu bringen, wo die Menschen sie nötig brauchen.

Bei DJI ist man überzeugt, die passenden Geräte dafür zu haben. “Wichtig ist, dass man die Drohne sehr präzise lenken kann”, sagt Braun, während er einen seiner Quadcopter auf der Web Summit-Bühne präsentiert. “Es geht um Stabilität, etwa auch, wenn es in einem Gebiet windig ist oder andere Einflüsse von außen gibt.” Die DJI-Drohne wisse, wo sie sich befinde, beispielsweise in Relation zum Untergrund. Wird das Fluggerät nach unten gerissen, steigt es automatisch wieder auf die bestimmte Flughöhe hoch. Die Quadcopter sind ausgestattet mit 4K-Kameras und haben eine Reichweite von zwei Kilometern in Entfernung zu der Person, von der sie gesteuert werden.

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