Digital Life
02.08.2017

E-Card mit Foto soll zur Bürgerkarte werden

Ab 2021 sollen durch ELGA jährlich 80 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Die E-Card soll NFC bekommen. Mit einem Foto soll sie zur Bürgerkarte werden.

Die Sozialversicherungen erwarten ab 2021 Einsparungen von rund 120 Millionen Euro pro Jahr im Verwaltungsbereich, 80 Millionen davon allein durch die verschiedenen ELGA-Anwendungen. Die Versicherten sollen mit mehreren Millionen Stunden pro Jahr an Zeitersparnis profitieren. Dabei handle es ich um "konservative Schätzungen" und durch Studien belegte Zahlen, so Hauptverbandschef Alexander Biach.

Die elektronischen Befunde im Rahmen der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA soll den Patienten eine Zeitersparnis von 100.000 bis 500.000 Stunden pro Jahr bringen. Der E-Befund ist für die Spitäler mit Ausnahem des Burgenlandes bereits Realität, bei den niedergelassenen Ärzten soll der Rollout jetzt in der zweiten Jahreshälfte 2017 beginnen und nächstes Jahr abgeschlossen werden.

Wie Biach am Mittwoch vor Journalisten mitteilte, sei man in intensiven und guten Gesprächen mit der neuen Ärztekammer-Führung. Es gehe darum, dass der Hausarzt die Befunde der Spitäler rascher und einfacher anschauen kann und dass die von den Ärzten geforderte Suchfunktion praktikabel funktioniert. Dabei gehe es einerseits um eine bessere Software und andererseits aber auch um eine einheitliche Eingabe in den Spitälern, um eine leichtere Auffindbarkeit zu erreichen.

Zeitersparnis

Jeweils mehr als 500.000 Stunden Zeitersparnis erwartet der Hauptverband durch die E-Medikation, durch das E-Rezept und durch die Elektronische Bewilligung. Zur E-Medikation berichtete Biach von einer Zusage von Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ), dass die dafür nötige Verordnung Anfang Oktober kommen soll.

Offen sei noch die Forderung der Ärzte nach einer Anschubfinanzierung. Danach will man in Testregionen beginnen und mit dem Rollout 2019 fertig sein. Das Elektronische Rezept und die Elektronische Impfpass, den Biach gerne mit dem Mutter-Kind-Pass koppeln würde, soll bis 2020 umgesetzt werden, die Elektronische Bewilligung flächendeckend bis 2018. Die Bewilligung durch den Chefarzt der Krankenkasse für Untersuchungen oder Heilbehelfe läuft aber jetzt schon auf Knopfdruck.

Große Einsparungen

Der Hauptverbands-Vorsitzende betonte, dass mit diesen ELGA-Anwendungen ab 2021 jährlich Einsparungen von 80 Millionen Euro allein im Verwaltungsbereich zu erwarten seien. Nicht eingerechnet sind dabei etwa der Wegfall von Mehrfach-Untersuchungen und Befunden, unerwünschte Arzneimittel-Wechselwirkungen oder unnötige Mehrfachimpfungen.

Einsparungen von 20 Mio. Euro pro Jahr erwartet Biach durch die bereits online befindliche Internet-Seite meineSV.at. Durch Auskünfte über seine persönliche ELGA-Daten, über das Pensionskonto oder Kostenerstattungen für Wahlärzte könnten sich die Patienten hier ebenfalls mehr als 500.000 Stunden pro Jahr ersparen. Die gleiche Zeitersparnis soll auch durch die Gesundheitshotline 1450 erreicht werden, die derzeit im Pilotversuch in Wien, Niederösterreich und Vorarlberg läuft und bis Ende 2019 in ganz Österreich angeboten werden soll. Nur 10 Prozent der rund 6.000 derzeitigen Anrufer pro Monat in Wien mussten bisher an ein Spital verwiesen werden.

E-Card als Bürgerkarte

Durch Bündelungen im IT-Bereich konnten die Ausgaben seit 2007 konstant gehalten und damit in den letzten zehn Jahren 237 Mio. Euro eingespart werden, berichtete Biach. Weitere zehn Millionen an Einsparungen in diesem Bereich hält der Hauptverbands-Chef für möglich. Ebenso groß sollen die weiteren Einsparungen im Büro-Management sein, hier wurden bisher bereits 2,9 Mio. erreicht. Vorstellen kann sich Biach auch eine Bündelung bei den Reha-Einrichtungen von Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung. Möglich wäre hier eine gemeinsame Holding oder eine Tochterfirma nach dem Vorbild der IT-Tochter des Hauptverbandes.

Die E-Card soll nach den Vorstellungen des Hauptverband-Chefs mit der beschlossenen Ausstattung mit einem Foto zusätzlich auch zur Bürgerkarte aufgerüstet werden. Mit der NFC-Funktion soll ab 2021 eine Identifizierung mit E-Card und Handy möglich werden, um damit etwa einen Reisepass oder eine Ummeldung beantragen zu können.