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Sozialprojekt

Ein Jahr "Internet für Alle" - A1 zieht Bilanz

Im

startete A1 das Projekt "Internet für Alle" mit dem Ziel, die wenigen verbliebenen Offline-Österreicher ins Netz zu bringen. Genauer gesagt, wollte man älteren Menschen, sozial Schwächeren und Kindern die Möglichkeit bieten, das Internet und andere technische Errungenschaften zu benutzen und mehr darüber zu lernen. Ein Jahr später ziehen A1 und seine Projektpartner Bilanz über das gemeinsame Projekt.

Am Internet für Alle Campus in Wien und Klagenfurt, sowie auf einer Tour durch 40 Städte in ganz Österreich wurden im vergangenen Jahr rund 30 verschiedene Workshops kostenlos angeboten. Über 18.000 Menschen nahmen daran teil. Innerhalb eines Jahres wurden etwa 1.300 Internet-Workshops durchgeführt. Der Großteil der Besucher beließ es nicht bei einem einzigen Besuch. Rund 60 Prozent kamen wieder. 98 Prozent empfehlen das Angebot weiter.

Wissenschaftliche Evaluation

Wie eine Evaluation der Wirtschaftsuniversität Wien zeigt, zeigen ein innovatives Raumkonzept, die Bereitstellung guter Infrastruktur, niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten, aber vor allem ein sehr gutes Betreuungsverhältnis ihre Wirkung. Schulklassen werden etwa von durchschnittlich vier Mitarbeitern betreut.

Bei den Besuchern zeigte sich ein starker Frauenanteil, beschreibt Eva More-Hollerweger, Vize-Direktorin des NPO-Kompetenzzentrums der WU. In der Altersgruppe über 55 Jahren betrug dieser 64 Prozent. 77 Prozent der Schüler, die einen der beiden Fixstandorte besuchten, haben Migrationshintergrund. Bei den Erwachsenen sind es 16 Prozent.

Stammbesucher am Nachmittag
Manche der Besucher kann man mittlerweile zurecht als "heavy user" bezeichnen, meint Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinderbüros der Universität Wien und Projektpartnerin. Einige Kinder kämen jeden Nachmittag. Die Mitarbeiter hätten zu den Kindern bereits starke persönliche Beziehungen aufgebaut.

Das sei durchaus im Sinne des Projekts, meint "Internet für Alle"-Leiterin Petra Gallaun. "Jedes Kind hat ein Projekt", ist Gallaun überzeugt. Sollte es dies nicht in der Schule umsetzen können, biete man am Nachmittag am Campus Hilfe in allen Lebenslagen.

Telefone, Videos und Urheberrecht
Während der Präsentation der Jahresbilanz kann man am Campus Kinder beobachten, die gerade Telefone begutachten, die aus ihrer Sicht wohl aus der Steinzeit stammen, etwa Auto- oder alte Schnurlostelefone. Ein eigener Raum ist am Campus Wien Filmworkshops gewidmet. Hier befindet sich ein Greenscreen.

Mit Betreuern erstellen Kinder etwa eigene Weihnachtsvideos oder versetzen sich in Kostümen visuell auf ein Piratenschiff. Wenn sie wollen, können sie die selbst erstellten Videos später auf die A1-Homepage stellen. Davor wird aber in der Gruppe über Dinge wie Privatsphäre und Urheberrecht diskutiert.

Ein paar Räume weiter lernen die Erwachsenen mehr über Computer und Co. Der Projektpartner Caritas ermutigt etwa Langzeitarbeitslose, die oft wenig Geld und damit wenig Zugang zu neuen Medien haben, zum Besuch am Campus. Oft gehe es nur darum, Ängste vor dem Computer abzubauen, erklärt Andreas Pawlowsky, Leiter des Caritas-Programms "job_aktiv".

Kein Ablaufdatum
Durch die Vielfalt des Publikums wird der Campus auch zum Ort der Begegnung - auch für A1 Mitarbeiter. Rund 370 Angestellte des Telekom-Konzerns gestalteten im vergangenen Jahr das "Internet für Alle"-Programm aktiv mit. Zwei Tage im Jahr werden jedem A1-Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, um das Projekt voranzubringen.

Für A1-Generaldirektor Hannes Ametsreiter ist "Internet für Alle" ein voller Erfolg. Als eines der größten Sozialprojekte eines Telekom-Unternehmens in Europa soll das Programm ohne Ablaufdatum weitergeführt werden und dazu beitragen, "den Sprung zu einer modernen Gesellschaft" zu schaffen.

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David Kotrba

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