Digital Life
06.04.2015

Eltern bloggen für kleine Tochter: Experten warnen

Die zweijährige Mariam aus Deutschland kann noch nicht schreiben, hat aber bereits einen Blog. Experten warnen, dass die Folgen des Blogs nicht abschätzbar seien.

Noch ganz klein, aber schon im Internet: Mariam (2) aus dem niedersächsischen Delmenhorst gehört gewissermaßen zu den jüngsten Bloggern Deutschlands. Ihr Online-Tagebuch „Mimi-Blog“ wird von den Eltern fast täglich mit neuen Posts gefüttert: Mariam beim Schuh-Kauf, in der Bibliothek und bei einem Ausflug. Mit kurzen Kommentaren werden die Bilder in ihrem Blog online veröffentlicht. Die Aufnahmen machen zum großen Teil Mariams Eltern, Hassan und Zehra Mohsen. Manchmal greift aber auch die Zweijährige selbst zum Smartphone und fotografiert.

Dient der Selbstdarstellung

Für die Eltern lag es nahe, einen Blog für das Kind einzurichten: „Wir haben auch beide jeweils einen“, sagt Hassan. Ihnen gehe es darum, für ihre Tochter ein virtuelles Tagebuch anzulegen, das sie sich überall gemeinsam anschauen können. Rechtsanwälte und Erziehungswissenschaftler sehen das kritisch. Ein zur Geburt angelegter Blog diene eher der Selbstdarstellung der Eltern, warnen die Experten. Für Kinder bedeute die öffentlich dargestellte Kindheit einen Verlust der Privatsphäre.