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Digital Life
05/04/2013

Erste Waffe aus dem 3D-Drucker präsentiert

Nach acht Monaten Entwicklungszeit hat die Gruppierung Defense Distributed die erste Waffe vorgestellt, die fast ausschließlich mithilfe eines 3D-Druckers produziert werden kann. Das Modell heißt „The Liberator“, entsprechende Vorlagen sollen demnächst kostenlos online gestellt werden.

Gedruckt wurden die Bauteile der Waffe aus ABS Plastik mit einem Dimension SST-Drucker des Unternehmens Stratasys. Die „Liberator“ kommt allerdings nicht gänzlich aus dem 3D-Drucker: Wie Forbes berichtet, wird ein gewöhnlicher Nagel als Schlagbolzen eingesetzt. Außerdem wurde ein 170 Gramm schweres Metallstück integriert, um die Waffe von Metalldetektoren aufspürbar zu machen. Das war notwendig, um den Undetectable Firearms Act der USA nicht zu verletzen. Demnach ist es illegal, eine Waffe zu produzieren oder auszuliefern, die sich nicht durch einen Metalldetektor auffinden lässt. 

Technische Details
Weitere Details zum technischen Aufbau wurden bislang nicht bekannt geben, vor der Veröffentlichung sollen noch weitere Tests erfolgen. Anschließend sollen die entsprechenden Druckvorlagen kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden. Laut den Initiatoren kann die Waffe mit gewöhnlicher Pistolenmunition verwendet werden, verschiedene Läufe sollen den Einsatz verschiedener Kaliber erlauben.

Sobald Defense Distributed die entsprechenden CAD-Dateien online stellt, können sich Interessierte die Waffe selbst zusammenbauen. Vergangenen Sommer sagte Initiator Cody Wilson: „Man kann ein tödliches Gerät ausdrucken. Das ist etwas beängstigend, aber auch genau das, was wir zeigen wollen.“

Kritik
Der demokratische US-Kongressabgeordnete Steve Israel hat bereits gesetzgeberische Konsequenzen gefordert. „Als ich angefangen habe, über das Thema Kunststoff-Waffen zu sprechen, hab ich es noch für Science Fiction gehalten. Nachdem die Technologie jetzt realisiert wurde, müssen wir handeln und die Verbote von Waffen aus Kunststoff ausweiten.“

Die Gruppierung sorgte in der Vergangenheit schon für eine Reihe von Kontroversen. So hat das Unternehmen Stratasys einen geleasten Drucker

, weil es das Projekt laut eigenen Aussagen für illegal halte. Nach dem Amoklauf an  der Sandy Hook Elementary School im US-Bundesstaat Connecticut hat das 3D-Drucker-Portal Thingiverse außerdem
, Druckvorlagen von Waffen auf der Plattform nicht mehr tolerieren zu wollen. 

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