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Vorsicht
09/24/2015

Facebook-Betrüger locken mit Dislike-Button

Klicken Sie hier, wenn Sie als Erster den neuen Dislike-Knopf testen wollen: So funktioniert eine neue Betrugsmasche auf Facebook. Auf den Link sollten Sie aber nicht klicken.

von Barbara Wimmer

Mark Zuckerberg kündigte vergangene Woche einen „Empathie“-Knopf an, mit dem User auch ihr Mitgefühl ausdrücken können sollen, wenn sie Storys bewegen. Etwa erschütternde Bilder von der Flüchtlingskrise, oder das Schicksal von verstorbenen Haustieren anderer Nutzer sind damit gemeint. Es kursierten dazu zahlreiche Medienberichte, die über einen neuen Dislike-Button von Facebook berichteten. Und das Facebook derzeit daran arbeite und der Button bald kommen werde.

Einladung zum Testen

Das machen sich nun Facebook-Betrüger zunutze. Sie versuchen die Nutzer mit „Early Invites“, also Vorabeinladungen dazu zu bewegen, auf einen bestimmten Link zu klicken, um als erster den neuen Button testen zu können.

Selbst die kurze Downtime von Facebook amDonnerstagabendwurde von den Betrügern genützt, um darauf hinzuweisen, dass jetzt der "neue Dislike-Button" für einige, auserwählte Nutzer zur Verfügung stehe. Derartige Downtimes von Diensten sind ja durchaus von anderen Konzernen bekannt, wenn sie etwas Neues installieren. Wer allerdings auf den Link zum "Early Invite" klickt, kommt aber nicht etwa zum neuen Dislike-Button von Facebook, sondern spielt den Betrügern seine Nutzerdaten in die Hände.

Malware und Datenklau

Der Link führt laut IT-Securityexperten in den meisten Fällen zu einem Fragebogen, bei dem die Nutzer aufgefordert werden, persönliche Daten zum Account einzugeben, um sich damit gegenüber Facebook zu legitimieren, um am Dislike-Button-Test teilzunehmen. Die Daten werden jedoch von den Betrügern einerseits dazu genutzt, besagte persönliche Informationen abzugraben, um die Opfer und dessen Freunde mit Spam zu belästigen.

Berichten zufolge sind auch Betrüger unterwegs, die über diesen Weg Malware auf die Rechner und Accounts der Facebook-User einschleusen möchten, andere wiederum versuchen den Nutzern teure Premium-Mobiletelefon-Abos anzudrehen.

Blindes Vertrauen

Die Betrüger nutzen zudem meistens auch das Profil des Facebook-Nutzers, um in dessen Timeline selbst betrügerische Dislike-Links zu platzieren und diese auch an sämtliche Freunde weiterzusenden. Über diesen Weg verbreitet sich die Betrugsmasche großflächig von selbst weiter, weil die meisten Facebook-Nutzer den Inhalten, die in der Pinnwand oder in den Nachrichten von Freunden enthalten sind, blind vertrauen. Security-Experten rechnen damit, dass sich die Betrugsmasche auf diesem Weg großflächig verbreiten wird. Computerexperten raten daher immer dazu, auch auf Facebook den „gesunden Menschenverstand“ einzusetzen.

Facebook-Nutzer sollten sich von der „Early Invite“-Masche jedenfalls nicht täuschen lassen und nicht auf die Links klicken. Betroffene, die auf den Link geklickt haben, sollten als erste Reaktion sofort ihre Passwörter ändern - und keinen Fragebogen der Betrüger ausfüllen. Der Dislike-Button-Trick ist nicht der erste betrügerische Versuch, über Facebook-Konten Malware zu verbreiten. Über das soziale Netzwerk wurde etwa bereits mehrfach versucht, Malware über Porno-Video-Links zu verbreiten.