Digital Life 17.12.2017

Facebook gibt zu, dass Nutzung depressiv macht

Facebook treibt die Verbreitung von Videos auf seiner Plattform voran

Facebook gibt zu, dass übermäßiger Konsum seines Angebots depressiv machen kann und hat auch eine Lösung parat: Mehr Facebook.

Im Rahmen einer Serie von Blogposts unter dem Titel "Hard Questions" hat Facebook einen Eintrag veröffentlicht, in dem das soziale Netzwerk anerkennt, das sein Angebot negative psychische Koonsequenzen für Nutzer haben kann, wie Quartz berichtet. Es werden Forschungsergebnisse zitiert, laut denen Menschen, die viel Zeit auf der Plattform verbringen und passiv Einträge mit Likes versehen, sich schlecht fühlen. Das sei ein Problem, das für alle Arten von passivem Informationskonsum im Netz gelte.

Die Lösung des Problems sei nicht etwa Einschränkung oder Verzicht, sondern mehr und aktiver Verbleib auf der Plattform. Menschen, die Nachrichten verschicken, Updates posten, Kommentare hinterlassen und die diversen Rückmeldungs-Buttons klicken, seien weniger depressiv und einsam. Das belege eine Studie, die Facebook selbst in Zusammenarbeit mit Robert Kraut von der Carnegie Mellon Universität durchgeführt habe. Das gelte aber nur, wenn Nutzer direkt mit anderen Menschen auf der Plattform interagieren.

Erwähnt wird auch Facebooks "take a break"-Funktion, die Postings eines Expartners nach einer Trennung verbirgt. Das helfe beim emotionalen Heilungsprozess. Facebook folgt mit dem Posting einem bekannten Muster, das auch schon bei anderen Kritikpunkten, etwa Hasskommentaren, zum Einsatz kam. Das Problem wird in abgeschwächter Form anerkannt und dann wird als Lösung eine Form von Aktionismus auf Facebook vorgeschlagen.

( futurezone ) Erstellt am 17.12.2017