Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat ein Faible für graue T-Shirts.

© AP/Eric Risberg

F8
04/18/2017

Facebook-Konferenz: Die Zukunft liegt in Augmented Reality

Am Dienstagabend hat der Facebook-Chef Mark Zuckerberg seine jährliche Entwicklerkonferenz F8 mit einer Eröffnungsrede eingeleitet.

Die F8-Konferenz ist eine Veranstaltung für Entwickler, die im Umfeld des sozialen Netzwerks arbeiten. Dieses Jahr findet die F8 erstmals nicht in San Francisco sondern in San Jose statt. Die Keynote am ersten Tag war - wie üblich - auch in diesem Jahr Chefsache. Der Facebook-CEO Mark Zuckerberg legte in seiner diesjährigen Rede dar, welche Neuerungen in seinem Reich er dieses Jahr für besonders wichtig hält. Mit einem lockeren "Welcome to F8" begrüßte Zuckerberg die Entwickler in der vollen "City National Civic Hall".

Augmented Reality

Bislang habe Facebook seine Bemühungen darauf konzentriert, Nutzer und ihre Freunde zu vernetzen. Jetzt sei es Zeit, eine Gemeinschaft zu formen, sagte Zuckerberg zu Beginn seiner Rede. Zu diesem Zweck sollen neue Angebote an die Nutzer gemacht werden. Das erste Konzept, das Zuckerberg hervorhob, war Augmented Reality (AR), ein Bereich, in den Facebook schon seit geraumer Zeit investiert. Durch AR soll es Nutzern möglich werden, Erlebnisse mit anderen zu teilen. "Zudem wird AR unsere physische Umgebung verbessern, indem wir zusätzliche Informationen darüberlegen können", sagte Zuckerberg. Bis die Technik so weit sein wird, wie er sie gerne hätte, werde es aber noch zehn Jahre dauern, so Zuckerberg. Erste Beispiele wie Pokemon Go würden aber schon heute zeigen, wie groß das Potenzial sei.

Deshalb werde Facebook eine AR-Plattform aufbauen. "Die Kamera wird unsere erste AR-Plattform sein. Wir beginnen mit Effekten, die Nutzer über ihre Aufnahmen legen können. Es wird tausende Filter dafür geben", sagt Zuckerberg und sprach somit auch gleich eine weitere Kampfansage an den Konkurrenten Snapchat aus, der mit solchen Filtern bekannt geworden ist. Die neue Kamera-App, die ab Dienstag als Beta-Version verfügbar ist, soll vor allem für Entwickler eine gemeinsame AR-Plattform werden. Die App erlaubt auch die Erstellung von 3D-Szenen aus Bildern. In solchen 3D-Aufnahmen kann auch auch die Beleuchtung im Nachhinein geändert oder eine Szene virtuell geflutet werden. Als Kerntechnologie für AR-Anwendungen der nächsten Generation hält Zuckerberg vor allem die Entwicklung genauerer Lokalisierungstechnologie und die Weiterentwicklung von Algorithmen zur Erkennung von Objekten in Kamerabildern für essenziell. Als erstes werden vor allem Spiele und einfache Spaß-Apps auf AR-Features setzen. Auch zu Facebooks Drohne Aquila, mit der weltweit Internetanschlüsse angeboten werden sollen, verspricht Zuckerberg in den kommenden Tagen Neuigkeiten.

Smartphone statt Serverfarm

Facebook hat viel Zeit in die Entwicklung der Filter und AR-Tricks für seine Kamera-App investiert. "Wir mussten viel investieren, um die nötigen Algorithmen, die viel Rechenleistung benötigen, auf die Smartphones zu bringen", sagt Mike Schroepfer, der nach Zuckerberg auf die Bühne kam. Danach erklärte Deborah Liu, dass Facebook noch viele weitere AR-Filter für seine Kamera entwickeln werde. Durch Echtzeit-Gesichtserkennung sollen künftig etwa beliebige Bilder in Echtzeit über die Gesichter von Personen gelegt werden, die Nutzer gerade durch die Kamera betrachten.

Überblendungen können auch auf die Aktionen von Personen, die sich im Sichtbereich der Kamera befinden, reagieren. In Zukunft sollen AR-Apps etwa auch erkennen können, wenn sich ein Nutzer in seinem Lieblingsrestaurant befindet, indem die Kameradaten zu 3D-Szenen zusammengerechnet werden, die es den Apps erlauben, einen Ort verlässlich wiederzuerkennen.

VR-Avatar

Neben der augmentierten vergisst Facebook auch nicht auf die virtuelle Realität. Durch die Erstellung von 3D-Avataren sollen Nutzer in Zukunft miteinander in der virtuellen Welt interagieren können. Seinen Avatar für Facebooks "Spaces", eine noch unveröffentlichte VR-Plattform, kann dabei jeder selber gestalten. Auch Videoanrufe können Nutzer in dieser virtuellen Umgebungen entgegennehmen. Die Integration von 360-Grad-Aufnahmen der Umgebung eines Nutzers funktioniert dort durch virtuelle Bildschirme ebenfalls. "Das ist wie eine magische Leinwand für geteilte Erfahrungen", sagte Facebook VR-Beauftragte auf der Eröffnungsveranstaltung.