Digital Life 29.10.2016

Facebook lässt Werbekunden Ethnien diskriminieren

Facebook hat der EU bei der Übernahme von WhatsApp angelbich Unwahrheiten aufgetischt © Bild: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Werbetreibende können Anzeigen bei Facebook an spezifische ethnische Gruppen richten und andere diskriminieren. In den USA ist so ein Vorgehen eigentlich illegal.

Das US-Investigativmedium ProPublica deckt in einem neuen Artikel eine Praxis bei Facebook auf, die den Verdacht auf rassistisches Vorgehen nährt. Als Werbetreibender bei Facebook kann man seine gewünschte Zielgruppe in einer Vielzahl an Kategorien einschränken. In der Kategorie "demografische Daten" kann man unter anderem spezifische "ethnische Affinitäten" auswählen bzw. ausschließen, etwa Afro-Amerikaner, Asiaten oder Hispanics. Speziell bei Immobilienwerbungen sei ein solches Vorgehen eigentlich illegal.

"Das ist fürchterlich"

"Das ist fürchterlich. Das ist massiv illegal. Das ist ungefähr die offensichtlichste Verletzung des Fair Housing Act, die man finden kann", beurteilt Bürgerrechtsanwalt John Relman die Lage. Der seit 1964 geltende Fair Housing Act verpflichtet Werbetreibende in den USA, weder nach Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Behinderung, Familienstand oder nationaler Abstammung zu diskriminieren.

Facebook gibt an, die Diskriminierungs-Optionen für Werbetreibende nur zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen. Sie könnten dadurch etwa "eine englische Kampagne testen, indem spanischsprachige Affinitäts-Gruppen ausgeschlossen werden, um zu testen, wie diese Kampagne im Vergleich mit einer spanischsprachigen ausfällt. Das ist verbreitete Praxis in der Industrie."

Diskriminierung möglich

Die ethnische Zugehörigkeit für Facebook-Nutzer wird nicht durch eigene Angaben, sondern durch Klickverhalten im Social Network festgestellt. Dass der Wert unter der Kategorie "demografische Angaben" auftauche, sei laut Facebook ein Fehler, der bald behoben werde. Anzeigen von Werbekunden würden auf Diskriminierungen überprüft. ProPublica testete die Behauptung. Es gelang offenbar problemlos, eine als Immobilienanzeige deklarierte Werbung unter Ausschließung bestimmter ethnischer Gruppen zu platzieren.

( futurezone ) Erstellt am 29.10.2016