Digital Life
04.10.2016

Facebook Marketplace: User verkaufen Schlangen, Hasch und Sex

Facebooks neue Funktion Marketplace soll für lokale Kleinanzeigen genutzt werden, ähnlich wie Shpock. Stattdessen mutiert es zu einem Craigslist.

Gerade mal vor einem Tag hat Facebook offiziell seine neue Funktion Marketplace gestartet. Und schon jetzt gibt es zahlreiche Verstöße gegen die Richtlinien. User bieten unter anderem Tiere, Drogen und sexuelle Dienste an, berichtet Business Insider.

Eigentlich sollte der Facebook Marketplace für lokale Kleinanzeigen dienen, wie es etwa auch das österreichische Start-up Shpock macht. Aufgrund der Angebote scheint es aber eher eine Art Craigslist zu werden. Das Portal ist berüchtigt dafür, dass dort sexuelle Dienste angeboten werden – obwohl dies seit 2010 nicht mehr erlaubt ist.

Aber auch im Facebook Marketplace lassen sich die User nicht von den Richtlinien abhalten, laut denen der Verkauf von folgenden Sachen verboten ist:

  1. Illegale oder Freizeitdrogen bzw. verschreibungspflichtige Medikamente;
  2. Tabakwaren und entsprechendes Zubehör;
  3. Unsichere Nahrungsergänzungsmittel;
  4. Waffen, Munition oder Sprengstoffe;
  5. Tiere;
  6. Artikel oder Dienstleistungen für Erwachsene;
  7. Alkohol;
  8. Gesundheitsartikel für Erwachsene;
  9. Glücksspieldienste, bei denen es um echtes Geld geht;
  10. Waren, Artikel oder Beiträge, die wir als möglicherweise bzw. tatsächlich betrügerisch, irreführend, täuschend oder anstößig erachten; oder
  11. Unverhohlen sexualisierte Positionierungen.

Dennoch hat Business Insider mehrere Beispiele für Verstöße gesammelt. So verkauft ein User etwa eine Schlange, ein anderer Baby-Igel um 50 US-Dollar das Stück. In Brooklyn wurden Cannabisblüten angeboten. Sexdienste werden zwar nicht explizit als solche im Text beschrieben, die Bilder und Gesten sind aber relativ eindeutig.

Ein wenig seltsam ist, dass anscheinend mehrere User Selfies im Marketplace posten. Ob sie das als Witz machen oder einfach nur um von anderen User gesehen zu werden, ist nicht klar.

Um die Regeln des Marketplace einzuhalten, vertraue Facebook auf die Mitarbeiter, die proaktiv nach verbotenen Angeboten Ausschau halten, so ein Unternehmenssprecher gegenüber Business Insider. Außerdem können User in der App solche Angebote melden.

Der Marketplace ist derzeit in der Facebook-App in den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland verfügbar. Weitere Länder und eine Desktop-Version sollen bald hinzukommen.