Facebook könnte sein Geschäftsmodell erweitern und sich zur Online-Bank machen

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04/14/2014

Facebook plant angeblich Bezahl-Dienst

In wenigen Wochen soll Facebook in Irland die Bewilligung zum Start eines Bezahl- und Geldtransfer-Dienstes erhalten. Dieser dürfte dann in ganz Europa angeboten werden.

Wie die Financial Times unter Berufung auf Insiderquellen berichtet, könnte Facebook bald einen neuen "E-Money"-Dienst anbieten. Nutzer könnten damit Geld auf ihr Facebook-Konto überweisen und dieses für Transaktionen verwenden. Außerdem könnte Geld an andere Nutzer überwiesen werden.

Das Social Network befindet sich offenbar momentan mitten im Bewilligungsprozess für den europäischen Markt. Durch seinen Standort in Irland benötigt Facebook eine Autorisierung der irischen Nationalbank. Sollte die Bewilligung erteilt werden, kann Facebook seinen E-Money-Dienst in ganz Europa anbieten.

Wachtumsmärkte im Visier

Mit dem Angebot eines Bezahl-Dienstes versucht Facebook angeblich, seine Präsenz in Wachstumsmärkten auszubauen. "Facebook möchte in Entwicklungsländern brauchbar werden, und Geldüberweisungen sind eine Einstiegsdroge für die Einbeziehung in das Finanzwesen", lautet der Kommentar einer Person, die angeblich mit den Facebook-Plänen vertraut ist.

Facebook selbst verweigert jeden offiziellen Kommentar zu einem möglichen Bezahl-Dienst-Plan, berichtet TheNextWeb.

Neuer Geschäftsbereich

Der Einstieg in das Geldtransfer-Geschäft könnte auch eine strategische Verschiebung des Geschäftsmodells andeuten. Der Großteil aller Facebook-Einnahmen stammt bisher aus dem Verkauf von Werbeplätzen. Konkurrent Google betreibt mit Wallet bereits seit Längerem einen Bezahldienst.

In den USA darf Facebook auch bereits bestimmte Formen von Geldtransfer-Dienstleistungen anbieten. So werden etwa Entwickler für In-App-Käufe in Facebook-Apps bezahlt. Im Jahr 2013 wurden so über Facebook bereits 2,1 Milliarden Dollar überwiesen.