Digital Life
31.08.2018

Firefox soll Werbetracker bald standardmäßig blocken

Mozilla hat angekündigt, dass sein Firefox-Browser Werbetracker bald ab Werk blockieren wird.

Im Kampf gegen nervige und privatsphärenverletzende Werbung will Mozilla die Werbetracker-Blockierfunktionen seines Firefox-Browsers bald standardmäßig aktivieren, wie das Unternehmen in einer Ankündigung mitteilt. Die Änderungen soll in den kommenden Monaten mit einer Reihe von Updates vorgenommen werden, wie The Verge berichtet.

In der Erklärung argumentiert Mozilla, dass die meisten Nutzer nicht wüssten, wie Tracking überhaupt funktioniert. Die Tracker würden neben dem Personalisieren von Anzeigen in "grusligem" Ausmaß auch dafür sorgen, dass sich die Nutzung des Internets verlangsamt. Außerdem sei die unkontrollierte Datenanhäufung für Nutzer völlig undurchschaubar und werde nur durch regelmäßige Skandale nach und nach sichtbar.

Verlangsamt das Surfen

Deshalb sollen Werbetracker in Firefox in Zukunft also blockiert werden. Den Nutzern stehe dann eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, um festzulegen, welche Informationen sie mit welchen Webseiten zu teilen bereit sind, heißt es. Durch das Blockieren sollen die Ladezeiten für Internetseiten deutlich schneller werden. Eine Untersuchung des Tracking-Blockers Ghostery hat im Mai ergeben, dass über 50 Prozent der Zeit zum Laden einer Webseite auf Tracker entfallen.

In einem ersten Schritt will Mozilla im September selbst erheben, wie sich das Blockieren von Trackern, die die Ladezeit verlangsamen, auswirkt. Wenn eine Performance-Verbesserung festgestellt wird, sollen solche Tracker bereits in Firefox 63 standardmäßig geblockt werden. Ebenfalls im September beginnt ein Experiment mit Beta-Nutzern, in dem Mozilla Cookies blockt und Trackern den Zugriff auf den Speicher verweigert. Das soll dann in Version 65 standardmäßig passieren.

Fingerabdruck und Kryptomining

In einem dritten Schritt will Mozilla sich auch modernere Methoden des Usertrackings, wie das sogenannte Fingerprinting, bei dem ein Nutzer anhand seines Hardwareprofils erkannt wird, vornehmen. Auch gegen Kryptomining gibt es Pläne. Mit all diesen Maßnahmen führt Mozilla seinen Kampf gegen aufdringliche Werbung fort, den das Unternehmen schon mit der ersten öffentlichen Firefox-Version 2004 begonnen hat, indem Pop-up-Werbung blockiert wurde.

Seit 2015 werden im Privat-Modus von Firefox Anzeigen und Werbetracker blockiert. Heuer hat Mozilla ein Firefox-Tool veröffentlicht, das verhindern soll, dass Facebook das Online-Verhalten tracken kann. Auch Möglichkeiten, nervige Webseiten-Benachrichtigungen abzustellen, hat Mozilla 2018 freigeschaltet.