Digital Life
20.01.2015

Fragnebenan: Wiener Netzwerk für Nachbarn gestartet

Als lokale Wiener Alternative zu sozialen Plattformen wie Facebook wurde die Plattform fragnebenan.com entwickelt. Sie soll Nachbarn helfen, zusammenzufinden.

Mit einer Art Facebook für die unmittelbare Nachbarschaft will die Wiener Online-Plattform "Frag nebenan" Menschen in der Großstadt zusammenführen und so den Kontakt erleichtern, wenn konkrete Hilfestellungen benötigt werden. So sollen sich Leute helfen können, um einen guten Arzt oder ein nettes Lokal in der Nähe zu finden oder jemanden zum Blumengießen zu organisieren.

1200 Leute sind registriert

Der Testbetrieb in zehn Bezirken läuft bereits seit Mai, nun startet das Netzwerk in ganz Wien. Besonders gerne werden derzeit etwa Empfehlungen in Sachen Kinderärzte oder Handwerker ausgetauscht, wird Projektinitiator Stefan Theißbacher in einem APA-Interview zitiert. „Derzeit wird 'Frag nebenan' in rund 850 Häusern eingesetzt. 1.200 Leute sind schon mit dabei, pro Tag registrieren sich 20 bis 30 Personen“, zeigte er sich über die bisherige Entwicklung zufrieden.

Das Wachstum der Plattform geschieht zumindest derzeit ohne viel Werbung. Denn: Sobald sich in einem Haus jemand entscheidet mitzumachen, kommen die Nachbarn oft rasch dazu - meist durch klassische Mundpropaganda oder Social-Media-Einladungen. Doch auch das Schwarze Brett beim Eingang erfüllt hier eine wichtige Funktion. Ein Aushang dort ermöglicht den Erstkontakt zu Mitbewohnern, die man bisher gar nicht gekannt hat.

Schutz der Privatsphäre

Wer sich bei „Frag nebenan“ registriert, dessen Adresse wird zunächst verifiziert. Sobald dies geschehen ist, erhält man die Möglichkeit, Menschen zu kontaktieren, die in der Umgebung wohnen - konkret in einem Umkreis von 750 Metern.
Jedoch: Notwendig ist die Preisgabe der Daten auf der Plattform nicht, wie Theißbacher versichert: „Die Privatsphäre bleibt damit gewahrt.“ Lediglich den Betreibern muss Identität und Wohnort bekannt gegeben werden.

Im Forum selbst darf sich jeder seinen Usernamen selbst auswählen. Und: Wenn jemand sein Konto löscht, gibt es dieses auch wirklich nicht mehr, wird beteuert. Die Teilnahme für Bewohner ist gratis. „Frag nebenan“ ist derzeit als Verein organisiert und finanziert sich über Förderungen bzw. die Mittel der Initiatoren.

Investoren gesucht

Für heuer ist jedoch die Umwandlung in ein Unternehmen geplant. Angedacht ist laut Theißbacher etwa, auch Hausverwaltungen bzw. lokalen Unternehmen Zugriff zu gewähren - gegen ein entsprechendes Entgelt. Auch Investoren werden gesucht. Selbst eine Expansion in andere österreichische Städte bzw. nach Deutschland wird überlegt.