Digital Life 13.06.2018

Frau klagt NASA, um ihren Mondstaub behalten zu dürfen

In dieser Röhre soll sich Mondstaub befinden © Bild: US District Court for the Federal District of Kansas

Die Amerikanerin hat als 10-Jährige eine Röhre Mondstaub vom Astronauten Neil Armstrong geschenkt bekommen.

Laura Murray Cicco verklagt die NASA. Sie will damit erreichen, dass sie ihren Mondstaub behalten darf. Die US-Weltraumbehörde hat mehrfach in der Vergangenheit den legalen Standpunkt vertreten, dass Privatpersonen keine Materialen vom Mond besitzen dürfen und ist damit meist durchgekommen.

Cicco behauptet, den Mondstaub als 10-jähriges Kind bekommen zu haben, gemeinsam mit einer signierten Karte von Neil Armstrong: „Für Laura Ann Murray – Viel Glück – Neil Armstrong, Apollo 11“. Armstrong und der Vater von Cicco sollen in den 70er befreundet gewesen sein.

© Bild: US District Court for the District of Kansas

Weil Cicco als Mädchen lieber mit Barbies als mit Mondstaub spielte, war sie nicht sehr begeistert. Die Eltern bewahrten die Glasröhre mit dem hellgrauen Material und die Karte in einer Zigarrenkiste auf. Erst nachdem die Eltern gestorben waren entdeckte Cicco die Zigarrenkiste und deren Inhalt. Das passierte schon vor fünf Jahren. Warum sie bis jetzt mit der Klage gewartet hat, ist nicht bekannt. Es ist denkbar, dass ihr jemand viel Geld dafür geboten hat oder sie den Mondstaub versteigern will.

Damit das möglich ist, muss jetzt das Gericht bestätigen, dass sie die rechtmäßige Besitzerin der Röhre und des kostbaren Inhalts ist und nicht die NASA. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Sie wird von dem Anwalt vertreten, der 2016 für Nancy Carlson eine Probentasche erstritten hat, mit der Mondproben transportiert wurden. Obwohl nur Spuren von Staub zwischen den Fasern waren, galt die Tasche bisher als das einzige Mondmaterial in legalem Privatbesitz. Die Tasche wurde bei Sotheby’s für 1,8 Millionen US-Dollar versteigert.

Eine ganze Röhre voll Staub, mit Karte von Neil Armstrong, würde vermutlich einen ähnlich hohen Betrag erzielen. Allerdings muss dazu erst nachgewiesen werden, dass der Inhalt echt ist. Laut der Klageschrift hat ein Experte die Unterschrift von Neil Armstrong für echt erklärt. Beim Mondstaub ist die Sache nicht ganz eindeutig.

Ein Wissenschaftler hat zwei Methoden von Spektroskopie für die Untersuchung angewandt. Laut einer ist es Mondstaub, laut der anderen nicht. Er vermutet, dass der Mondstaub möglicherweise verunreinigt wurde, etwa als er auf der Erde in die Röhre umgefüllt wurde. Laut dem Wissenschaftler sei es nach derzeitigem Stand schwer auszuschließen, dass es sich um Mondstaub handle. Die Probe sei wahrscheinlich echt. Die NASA hat den Mondstaub nicht zur Untersuchung zur Verfügung gestellt bekommen. Auch will sie den Fall nicht kommentieren, da dieser jetzt bei Gericht liege, so die NASA gegenüber Arstechnica.

( futurezone ) Erstellt am 13.06.2018