Digital Life
22.11.2016

#frauengegenhofer: Initiative kritisiert Hofers Frauenbild

Der Bundespräsidenten-Wahlkampf spitzt sich auch online weiter zu. Die Initiative "Frauen gegen Hofer" thematisiert per Video und Facebook-Seite Norbert Hofers Frauenbild.

Der Präsidentschaftswahlkampf ist um eine neue Initiative reicher. Die vor wenigen Tagen gegründete Facebook-Gruppe #frauengegenhofer macht mit einem selbstgedrehten Video gegen den FP-Kandidaten Norbert Hofer Stimmung. Thematisiert werden umstrittene Aussagen, die Hofer und seine FPÖ-Mitstreiter über Frauen getätigt haben. Damit soll laut den Initatorinnen aufgezeigt werden, dass mit Hofer ein Kandidat im Rennen sei, "der Frauenrechte wieder zurück ins Mittelalter befördern will."

Sehenswert: Frauen lesen auf der Straße FPÖ-Statements vor und reagieren darauf. Für viele ist die Frauenfeindlichkeit der FPÖ eine Überraschung - sie werden Norbert Hofer aber sicher keine Stimme mehr geben. Denn was sie schnell gemerkt haben: eine Stimme für Hofer wäre eine Stimme gegen sie selbst. #frauengegenhofer Kleine Anmerkung: wir wissen natürlich, dass es keinen UNTERUS gibt - da ist uns leider ein blöder Tippfehler reingerutscht ;)

Posted by Frauen gegen Hofer on Sonntag, 20. November 2016

Erfolgreiches Video

In dem Video, das über Facebook in weniger als 48 Stunden knapp 120.000 Mal aufgerufen und über 2100 Mal geteilt wurde, reagieren interviewte Frauen auf Zitate von Hofer und FPÖ-Politikern und kommentieren diese kritisch. Unter anderem werden Frauen mit der Aussage konfrontiert, dass "Frauenhäuser an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt sind", wie etwa die FPÖ Amstetten behauptete.

Auch die Aussage von Heinz-Christian Strache, dass er es wertschätzend meine, wenn er Frauen als "Hasis" bezeichne, bzw. die von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky, dass "Frauen mehr darauf aus sind zu gefallen", sie "modeanfälliger sind und mehr Zeit für die Frisur und Kosmetik verwenden" werten die Initiatorinnen als Beispiel für ein rückwärtsgewandtes Frauenbild, für das auch Hofer als Vertreter seiner Partei stehe. Auch dessen Aussagen zur Abtreibung werden im Video thematisiert.

#frauengegenhofer

Die Initiatorinnen laden Frauen und Männer auf Facebook und Twitter unter dem Hashtag #frauengegenhofer ein, selbst Statements, Bilder oder Videos zu posten und zu begründen, warum sie Hofer nicht wählen. Die Initiative wurde von einigen Privatpersonen gegründet, die ihren Aussagen zufolge weder einer Partei, einer NGO noch dem Wahlkampfteam von Alexander van der Bellen angehören.

"Das, was Hofer und seine Parteifreunde von sich geben, richtet sich unserer Meinung nach nicht nur gegen ein gutes, friedliches Zusammenleben. Es richtet sich auch gegen die Rechte und Freiheiten, die sich Frauen erkämpft haben. Immerhin die Mehrheit der in Österreich lebenden Menschen und auch der Wähler_innen. Unserer Meinung nach wird im Wahlkampf viel zu wenig darauf hingewiesen und das ist unsere Absicht mit dieser Seite", erklären die Seiten-Betreiberinnen auf Facebook.