New York am Abend

© Lois Lammerhuber/Martin Ackerl/Ars Electronica/Austrian Airlines

Fotoprojektion
05/28/2013

Gigapixel-Bild von New York schmückt Flughafen

Unter dem Motto „From Austria to the World“ wartet der Check-in-Bereich von Austrian Airlines und seiner Fluglinien-Partner ab sofort mit fünf riesigen Gigapixel-Bildern von New York auf. Als überdimensionale Fotowand dienen 165 übereinandergestapelte 42-Zoll-Full-HD-Bildschirme, die eine Fläche von 15 mal 9 Meter bilden.

von Martin Stepanek

Schon bisher wurde die vom Ars Electronica Center Linz konzipierte Videowand mit einer Animation bespielt. Ab Mittwoch werden darauf auch die weltweit hochauflösendsten Aufnahmen der US-Metropole New York zu sehen sein. Um die fünf superscharfen Riesen-Bilder zu erzeugen, die mittels eines Kamerafahrt-Effektes bis ins kleinste Detail ergründet werden, fügte der österreichische Fotograf Lois Lammerhuber mehrere Hundert Einzelaufnahmen zusammen. Die zwei größten Bilder bestehen aus 225 Einzelbildern und sind jeweils drei Gigapixel groß. Die drei kleineren wurden aus 66 Einzelaufnahmen komponiert und fassen jeweils ein Gigapixel.

Flughafen Wien Making Of Gigapixel Bild New York

Flughafen Wien Making Of Gigapixel Bild New York

Flughafen Wien Making Of Gigapixel Bild New York

New York Nachmittag

Gigapixel Bild New York

Flughafen Wien Gigapixel-Bild

Flughafen Wien

Flughafen Wien

Flughafen Wien

Flughafen Wien

Bergsteiger-Expedition
Die Planung des Unterfangens erinnerte dabei an die Besteigung eines 8000er-Berges, wie Lammerhuber im Gespräch mit der futurezone verrät: „Wir haben fünf Monate, ab November 2012, auf die perfekten Wetterbedingungen gewartet. Am 23. März schließlich gab uns Michael Staudinger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik grünes Licht für die Aufnahmen, wir sprangen ins Flugzeug nach New York und konnten das Fotoshooting durchführen.“

Zwei Tage lang schossen Lammerhuber und sein technischer Berater Martin Ackerl 2600 Fotos, die verschiedene Lichtstimmungen (Von Vormittag bis Nacht) einfingen. Die Aufnahmen wurden mit gewöhnlichen digitalen Spiegelreflexkameras gemacht. Um die detaillierten Panoramaufnahmen schießen zu können, kamen unter anderem ein 600mm und ein 800mm-Teleobjektiv von Canon zum Einsatz, die allein jeweils etwa 12.000 Euro kosten. Für die Aufnahmen fiel eine Datenmenge von 62 Gigabyte an.

Herausforderung an Mensch und Technik
Trotz der genauen Planung und der optimalen Wetterlage hatte das Team aber auch mit unvorhergesehenen Widrigkeiten zu kämpfen. So entpuppte sich die ursprünglich angedachte Aussichtsterrasse des Rockefeller Centers aufgrund der starken thermischen Winde am Gebäude als unbrauchbar für die Stativaufnahmen. Plan B, der Ausbau eines Fensters im 61. Stock, scheiterte ebenfalls, da die aus dem Gebäude strömende warme Luft ein optisches Flirren erzeugte. Ein windgeschützter Balkon im selben Stockwerk ermöglichte schließlich die beeindruckenden Aufnahmen.

Das Zusammenrechnen der Einzelbilder zu fünf großen Gigapixelbildern benötigte schließlich 22 Stunden reine Rechenzeit. Bespielt wird die Videowand mittels einer am Ars Electronica Center entwickelten Softwarelösung, die auch in den Ausstellungsräumen in Linz für Projektionen verwendet wird.

Kunst und Marketing
Das von Austrian Airlines und dem Flughafen Wien in Auftrag gegebene Projekt soll das Künstlerische mit Marketingzwecken verbinden. So wird die New-York-Serie auch dazu verwendet, um Flüge dorthin anzupreisen. In Zukunft könnten weitere Bildprojektionen wie die Malediven und Abu Dhabi folgen. Die Fotowand, die im Hintergrund von 60 Servern und einer Gesamtprozessorleistung von 720 Ghz betrieben wird, soll in Zukunft auch als Werbefläche vermarktet werden.

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