© Lois Lammerhuber/Martin Ackerl/Ars Electronica/Austrian Airlines

Fotoprojektion

Gigapixel-Bild von New York schmückt Flughafen

Schon bisher wurde die vom Ars Electronica Center Linz konzipierte Videowand mit einer Animation bespielt. Ab Mittwoch werden darauf auch die weltweit hochauflösendsten Aufnahmen der US-Metropole New York zu sehen sein. Um die fünf superscharfen Riesen-Bilder zu erzeugen, die mittels eines Kamerafahrt-Effektes bis ins kleinste Detail ergründet werden, fügte der österreichische Fotograf Lois Lammerhuber mehrere Hundert Einzelaufnahmen zusammen. Die zwei größten Bilder bestehen aus 225 Einzelbildern und sind jeweils drei Gigapixel groß. Die drei kleineren wurden aus 66 Einzelaufnahmen komponiert und fassen jeweils ein Gigapixel.

Bergsteiger-Expedition
Die Planung des Unterfangens erinnerte dabei an die Besteigung eines 8000er-Berges, wie Lammerhuber im Gespräch mit der futurezone verrät: „Wir haben fünf Monate, ab November 2012, auf die perfekten Wetterbedingungen gewartet. Am 23. März schließlich gab uns Michael Staudinger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik grünes Licht für die Aufnahmen, wir sprangen ins Flugzeug nach New York und konnten das Fotoshooting durchführen.“

Zwei Tage lang schossen Lammerhuber und sein technischer Berater Martin Ackerl 2600 Fotos, die verschiedene Lichtstimmungen (Von Vormittag bis Nacht) einfingen. Die Aufnahmen wurden mit gewöhnlichen digitalen Spiegelreflexkameras gemacht. Um die detaillierten Panoramaufnahmen schießen zu können, kamen unter anderem ein 600mm und ein 800mm-Teleobjektiv von Canon zum Einsatz, die allein jeweils etwa 12.000 Euro kosten. Für die Aufnahmen fiel eine Datenmenge von 62 Gigabyte an.

Die neue Installation am Terminal 3

Herausforderung an Mensch und Technik
Trotz der genauen Planung und der optimalen Wetterlage hatte das Team aber auch mit unvorhergesehenen Widrigkeiten zu kämpfen. So entpuppte sich die ursprünglich angedachte Aussichtsterrasse des Rockefeller Centers aufgrund der starken thermischen Winde am Gebäude als unbrauchbar für die Stativaufnahmen. Plan B, der Ausbau eines Fensters im 61. Stock, scheiterte ebenfalls, da die aus dem Gebäude strömende warme Luft ein optisches Flirren erzeugte. Ein windgeschützter Balkon im selben Stockwerk ermöglichte schließlich die beeindruckenden Aufnahmen.

Das Zusammenrechnen der Einzelbilder zu fünf großen Gigapixelbildern benötigte schließlich 22 Stunden reine Rechenzeit. Bespielt wird die Videowand mittels einer am Ars Electronica Center entwickelten Softwarelösung, die auch in den Ausstellungsräumen in Linz für Projektionen verwendet wird.

Kunst und Marketing
Das von Austrian Airlines und dem Flughafen Wien in Auftrag gegebene Projekt soll das Künstlerische mit Marketingzwecken verbinden. So wird die New-York-Serie auch dazu verwendet, um Flüge dorthin anzupreisen. In Zukunft könnten weitere Bildprojektionen wie die Malediven und Abu Dhabi folgen. Die Fotowand, die im Hintergrund von 60 Servern und einer Gesamtprozessorleistung von 720 Ghz betrieben wird, soll in Zukunft auch als Werbefläche vermarktet werden.

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