Digital Life
18.08.2018

Gmail soll vertrauliche Mails auf dem Handy schützen

Der "Vertraulich"-Modus ist nun auch auf mobilen Geräten verfügbar. Datenschützer kritisieren Sicherheitslücken.

Wer heikle Informationen schützen möchte, der kann mit Gmail Emails und Anhänge im „Vertraulich“-Modus senden. Die Email bekommt so zum Beispiel ein Ablaufdatum oder kann optional nur mit einem Sicherheitscode geöffnet werden, der per SMS verschickt wird. Der Empfänger einer in diesem Modus verschickten Email erhält eine Benachrichtigung, in der die Beschränkungen beschrieben werden.

Nun ist die Funktion auch für mobile Geräte verfügbar, wie engadget berichtet. Eine entsprechende Anleitung für Desktop-PCs, sowie für Android- und iOS-Geräte hat Google unter diesem Link veröffentlicht.

Nicht sehr sicher

Google selbst verweist darauf, dass die Funktion zwar vor einer irrtümlichen Weiterleitung der Mail an Dritte schützt – allerdings sei die Funktion per se kein Schutz vor „Empfängern mit böswilligen Absichten. Denn zwar lassen sich diese Mails nicht weiterleiten, jedoch lässt sich sehr wohl ein Screenshot davon anfertigen, der wiederum mit Dritten geteilt werden kann.

Das wird auch von Experten der Electronic Frontier Foundation (EFF) bestätigt, laut denen der Modus sogar dazu führen könnte, dass User sich in falscher Sicherheit wiegen. Die EFF verweist auch darauf, dass der „Vertraulich“-Modus nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, Google selbst hat also nach wie vor noch Zugriff auf die Inhalte. Außerdem wird kritisiert, dass die Nachrichten mit Selbstzerstörungsfunktion nach wie vor im „Gesendet“-Ordner des Absenders zu finden sind und dass der Absender für die SMS-Bestätigung die Handynummer des Empfängers an Google weitergeben muss. Somit wird eine persönliche Information mit dem Konzern geteilt, die dieser zuvor eventuell noch nicht hatte.