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Digital Life
07/12/2020

Google verbannt Werbung für Stalkerware und Nannycams

Apps, mit denen man seinen Partner auf Schritt und Tritt ausspionieren kann, dürfen nicht mehr beworben werden.

Stalkerware nennt man Apps, die ausschließlich einem Zweck dienen: Der Überwachung von Menschen, die nichts davon mitbekommen sollen. Damit ist es teilweise möglich, jeden einzelnen Schritt und alles, was die Person online tut, zu überwachen. Google hat diese Apps schon länger aus ihrem App Store verbannt, aber sie sind auf den Seiten von Drittanbietern und der Hersteller natürlich nach wie vor erhältlich - und es war bisher auch möglich, dafür Werbung zu schalten und Nutzer damit zu den jeweiligen Websites zu leiten, über die sich die Apps installieren lassen.

Was alles verboten ist

Damit ist ab 11. August Schluss. Ab dann will Google keine Werbung für Stalkerware mehr zulassen. Das Werbeverbot umfasst auch jegliche Malware, bei der die Tastaturanschläge am Computer oder Smartphone überwacht werden können, GPS-Tracker, die nur dazu dienen, jemanden ohne Zustimmung zu überwachen, Überwachungs-Equipment wie Kameras, Audiorekorder, Dashcams und Nannycams, die explizit mit ihrer Spionagefunktion beworben werden.

Die Entscheidung seitens des Konzerns wurde laut einem Bericht von „Engadget“ deshalb getroffen, weil häusliche Gewalt weltweit am Zunehmen ist. Google möchte daher alle Tools, die zu mehr Überwachung und häuslicher Gewalt führen können, nicht aktiv unterstützen und dazu beitragen, dass diese Apps sich nicht verbreiten. Beim Straftatbestand Stalking geht in 80 bis 90 Prozent der Fälle eine intime Beziehung voraus, so eine Expertin.