Digital Life 06.07.2016

Googles künstliche Intelligenz sucht nach Augenkrankheiten

Wie IBMs Watson soll Googles DeepMind künftig auch in der Medizin eingesetzt werden © Bild: SHEFKATE - FOTOLIA 42660608/Fotolia/Shefkate

Jene künstliche Intelligenz, die kürzlich den Wettkampf in Go gewinnen konnte, soll künftig bei der Erkennung von Augenkrankheiten helfen.

Googles Software DeepMind, die als erstes Programm einen Menschen im Strategiespiel Go schlagen konnte, soll jetzt bei der Erkennung von Augenkrankheiten helfen. Die britische Moorfields-Augenklinik wird der Maschine rund eine Million Augenscans anonymisiert zur Verfügung stellen. Die Software soll in ihnen nach Anzeichen für Krankheiten suchen.

Nur anonyme Daten

Die Scans werden aktuell von Ärzten ausgewertet, das sei ein langwieriger Prozess, zu dem bisher keine Computer fähig gewesen seien, erklärte DeepMind am Dienstag. Das Forschungsprojekt solle zeigen, ob lernende Maschinen für eine effiziente Diagnose eingesetzt werden könnten, hieß es. "Es ist unmöglich, einzelne Patienten anhand der Scans zu identifizieren", versicherte DeepMind. Außerdem würden nur anonyme Diagnosen und Informationen zur Behandlung von Augenkrankheiten geteilt, erklärte die Klinik. Damit sei auch keine Zustimmung der Patienten erforderlich. Sie könnten aber grundsätzlich die Verwendung ihrer Daten für Forschungszwecke untersagen.

Google hatte die britische Firma DeepMind vor rund zweieinhalb Jahren gekauft, der Preis lag laut Medienberichten bei rund 500 Millionen Dollar (448,59 Mio. Euro). Der Software gelang es im März, in einem Match einen der weltbesten Meister im asiatischen Brettspiel Go zu schlagen, was zuvor als zu komplex für Computer galt. Dabei überraschte die Maschine an einer Stelle auch Experten mit einem kreativen Zug, den bisher noch nie jemand gespielt hatte.

( Agenturen ) Erstellt am 06.07.2016