Digital Life
02.07.2012

Hacker stehlen Daten von indischer Marine

Per USB-Stick eingeschleuster Virus sendete gezielt ausgewählte Dokumente an chinesische IP-Adressen.

Wie der Indian Express berichtet, wurde die indische Marine Opfer eines Hackerangriffs. Es wurden Dokumente von den Computern der östlichen Marineleitung an IP-Adressen in China geschickt. Das indische Eastern Naval Command ist für die Operationen im südchinesischen Meer zuständig und hat das Kommando über Indiens erstes Atom-U-Boot, der INS Arihant, das derzeit in der Testphase ist.

Die geschlossenen und nicht mit dem Internet verbundenen Computersysteme des Eastern Naval Command wurden mit einem Virus infiziert, der über einen USB-Stick in das System gelangt ist. Dort suchte er gezielt nach Dokumenten mit bestimmten Schlüsselwörtern. Diese Dokumente wurden in versteckte Ordner auf USB-Sticks kopiert. Sobald der USB-Stick an einem Computer mit einer Internet-Verbindung gesteckt wurde, wurden die Dokumente an IP-Adressen in China übertragen.

Um genau so etwas zu vermeiden, gibt es ein USB-Stick-Verbot bei der indischen Marine. Im Zuge der Untersuchung der Virusinfektion werden mindestens sechs Offiziere verdächtigt, gegen das Verbot verstoßen und so den Virus eingeschleust, bzw. die Daten unbemerkt nach China übertragen zu haben. Welche Daten genau betroffen sind, ist nicht bekannt.

Eine ähnlicher Virus verbreitete sich 2008 in den Netzwerken des US-Verteidigungsministeriums und führte dazu, dass USB-Sticks und beschreibbare Medien nicht mehr verwendet werden durften. 2010 wurde das Verbot gelockert.

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