Digital Life
19.11.2010

Haftbefehl gegen WikiLeaks-Gründer

Assange weist Vorwürfe zurück

Der Gründer der umstrittenen Enthüllungswebseite Wikileaks soll wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Untersuchungshaft. Ein Stockholmer Gericht erließ am Donnerstag einen entsprechenden Beschluss gegen Julian Assange. Sein Anwalt Björn Hurtig sagte nach der Anhörung, er rechne mit einem europäischen Haftbefehl und werde gegen die Entscheidung wahrscheinlich Beschwerde einlegen.

"Juristischer Zirkus"

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung gegen Assange und konnte ihn nach eigenen Angaben noch nicht vernehmen. Der Australier hat die Vorwürfe zurückgewiesen und von einem juristischen Zirkus und von einer Kampagne gegen WikiLeaks gesprochen.

Assange wollte mit Wikileaks von Schweden aus arbeiten, weil das Land besonders strenge Gesetze zum Schutz der Pressefreiheit hat. Die Webseite, auf der als geheim eingestufte Dokumente veröffentlicht werden, hat den Unmut der US-Regierung auf sich gezogen: Im Oktober wurden etwa 400.000 Dokumente veröffentlicht, die Assange zufolge belegen, dass im Irak-Krieg 15.000 Menschen mehr ums Leben kamen als bislang angenommen. Auch geheime Unterlagen aus Afghanistan wurden bei WikiLeaks veröffentlicht.

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(dpa)