Digital Life
02.03.2012

Haiti: UNO zahlt Hilfe per Handy aus

Premiere in der Geschichte der Vereinten Nationen

Hunderte der Erdbebenopfer in Haiti werden künftig ihre Hilfsgelder per Handy bekommen. Erstmals in ihrer Geschichte wollen die Vereinten Nationen auf diesem Weg Spenden auszahlen. Zum einen sei dieser Weg sicherer, hieß es am Donnerstag vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP in New York. Es gebe aber noch einen viel triftigeren Grund: „Etwa zwei Drittel der Menschen in Haiti hat Zugang zu Mobiltelefonen. Aber nur zehn Prozent haben ein Bankkonto.“ Mit Mobiltelefonen kann man heute auch Geld überweisen.

Bei dem Beben im Jänner 2010 waren mehr als 220.000 Menschen getötet worden, fast zwei Millionen wurden obdachlos. Die Vereinten Nationen wollen per Mobiltelefon Familien 500 Dollar (375 Euro) für Beton, Holz oder andere Baumaterialien zukommen lassen. Zunächst würden etwa 1000 Familien so Geld bekommen. Von den Telefonen können sie es dann gleich an die Lieferanten überweisen. Damit wollen die UN-Helfer auch vermeiden, dass viele Haitianer größere Geldbeträge in bar bei sich tragen.

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