Digital Life
25.03.2017

Hollywood will Kinofilme schon nach drei Wochen streamen

Sechs große Filmstudios wollen kurz nach dem Kinostart Filme als kostenpflichtige Streams anbieten. Disney ist dagegen.

Wie Variety berichtet, begeistern sich immer mehr US-Filmstudios für die Idee Kinofilme schneller in die Wohnzimmer zu bringen. Diese sind Fox, Warner Bros., Universal, Lionsgate, Paramount und Sony. Nur Disney hält nichts davon.

In den USA dauert es üblicherweise 90 Tage, bis nach dem Kinostart der Film als kostenpflichtiger Stream bei Online-Diensten angeboten wird. Warner Bros. wollte ursprünglich bereits Filme nach 17 Tagen online verfügbar machen – allerdings für den recht hohen Preis von 50 US-Dollar. Wie bisher üblich soll die Leihdauer bei diesen Streams 24 Stunden betragen.

Laut Insidern ist man davon abgekommen, da der Preis für viele Kunden zu hoch sei. Stattdessen strebt man jetzt den Streaming-Start der Filme 30 bis 45 Tage nach dem Release, für 30 US-Dollar an. Auch Fox will dieses Modell einführen. Universal zielt auch auf einen Mietpreis von 30 US-Dollar ab, will Filme aber schon nach 20 Tagen ins Wohnzimmer bringen. Lionsgate, Paramount, und Sony haben ähnliche Pläne, Details dazu sind aber noch nicht bekannt.

Verhandlungen

Um die früheren Streams Realität werden zu lassen, müssen sich die Filmstudios mit den großen US-Kinobetreibern einigen. Warner Bros. hat den Kinoketten etwa eine Beteiligung an den Streaming-Einnahmen angeboten. Ob es auch Verhandlungen für Europa gibt, ist nicht bekannt. Disney ist derzeit nicht daran interessiert, Kinobetreibern ein ähnliches Angebot zu machen. Die Disney-Zeichentrick-Filme, Star-Wars-Filme und Marvel-Filme laufen in den USA oft länger in den Kinos als andere Filme, wodurch auch die Einnahmen höher sind.

Ein Nachteil der früheren Streams könnte sein, dass der Film schon kurz nach dem Kinostart in guter Qualität gerippt und von Filmpiraten heruntergeladen werden kann. Allerdings dürfte das keine allzu großen Auswirkungen auf die Zahl der Kinobesucher haben. Wer bisher ohne zu zahlen den Film gleich sehen will, lädt sich Cam-Rips herunter. Und wem die Qualität davon zu schlecht ist, der wartet auf Blu-ray-Rips anstatt doch noch ins Kino zu gehen.