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Online-Bewertungen

Hotels im Kampf gegen TripAdvisor

Für viele Reisende sind Hotelbewertungsseiten im Internet zu einer hilfreichen Recherchequelle geworden. Nutzerbewertungen wird mehr Vertrauen geschenkt als den Informationen der Hotels oder Reiseveranstalter selbst. Immerhin geben sie im Idealfall einen guten Querschnitt an Eindrücken wider. Nicht selten sieht man auch entlarvende Fotos von Unterkünften, die im Katalog vielleicht noch ganz anders aussahen. Doch die Hotels und Gästehäuser fühlen sich durch Negativbewertungen oft unfair behandelt und in ihrem Geschäft geschädigt.

In Großbritannien ist nun die größte und bekannteste Bewertungsplattform TripAdvisor ins Visier verärgerter Hoteliers geraten. Rund 700 Hotels und Pensionen planen eine gemeinsame Sammelklage gegen die Seite. Der Vorwurf lautet, viele Bewertungen seien diffamierend.

TripAdvisor zählt heute Einträge von 35 Millionen Menschen, die ihre Bewertungen zu Hotels abgegeben haben. Monatlich besuchen 40 Millionen Nutzer aus 21 verschiedenen Nationen die Plattform, um sich zu informieren. Das macht TripAdvisor zu einer durchaus gewichtigen Größe im Reisegeschäft. Auch wenn die Negativbewertungen von den Nutzern und nicht von den TripAdvisor-Betreibern stammen, so wollen die Hotels die Seite nicht so einfach aus der Verantwortung entlassen.

Anonymität

Schlechte Online-Bewertungen haben laut Rochelle Turner vom britischen Verbraucherschutzverband "Which?" auch schon dazu geführt, dass Hotels tatsächliche Mängel schneller beheben als sie das sonst tun würden. Für viele Hotelbesitzer gehen die Nutzer aber "einen Schritt zu weit". Er habe nichts gegen TripAdvisor per se, sagt der Hotelbesitzer Louis Naudi in einem Interview mit der BBC. Er habe etwas dagegen, wie mit böswilligen Bewertungen umgegangen werde. "Die Feiglinge verstecken sich hinter ihrer Anonymität. Man muss überhaupt erst einmal herausfinden, ob sie tatsächlich hier übernachtet haben", beschwert sich der Hotelbesitzer.

Verbraucherschützer betonen indes die Wichtigkeit von Seiten wie TripAdvisor und argumentieren damit, dass sich jedes Haus der Kritik der Gäste stellen müsse. TripAdvisor selbst hat in seinen AGB festgeschrieben, dass gefälschte Bewertungen von der Seite entfernt werden.

(Claudia Zettel)

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