© Claudia Zettel

Microsoft-Wettbewerb

Imagine Cup: Ein Irrlicht kämpft um den Sieg

Am Dienstagnachmittag war es endlich soweit: Das österreichische Team Zeppelin Studio durfte sein Projekt "Schein" in der Kategorie Games vor den Augen der strengen Jury des Microsoft Imagine Cup präsentieren. Bei dem jährlichen Nachwuchswettbewerb kämpfen Teams aus aller Welt in unterschiedlichen Kategorien um Preisgelder von insgesamt einer Million Dollar. Dem Gewinner einer Kategorie winken 50.000 Dollar Unterstützung.

In der Kategorie, in der das Spiel "Schein" antritt, stellen sich diese Woche insgesamt zehn Finalisten in der letzten entscheidenden Runde der Jury. Damit treffen es die Österreicher in punkto Konkurrenz eigentlich ganz gut, vergleicht man die Kategorie mit anderen wie der "World Citizenship", bei der gleich an die 60 Teams antreten.

Schein ist als Uni-Projekt an der FH Technikum Wien entstanden. Die beiden Studenten Michael Benda und Philipp Schäfer entwickelten 2011 die Idee zu dem Game, das auf dem Prinzip von multiplen Welten basiert und in dem Licht bzw. das "Irrlicht" eine zentrale Rolle einnimmt. Ende 2012 wurde das Projekt weiterentwickelt, eine Developer Demo veröffentlicht und schließlich Anfang dieses Jahres das Start-up Zeppelin Studio gegründet, dem nun auch die Teammitglieder Philipp Schürz und Tiare Feuchtner angehören.

Das Game
Bei Schein geht es, wie bereits angedeutet, um den Mythos des Irrlichts. Das Irrlicht weist der Hauptfigur, einem traurigen jungen Mann, der seinen Sohn verloren hat, ungeahnte Wege auf. Konzipiert wurde das Game als PC-Spiel für Windows mit insgesamt zwölf Level, die sich auf eine Spieldauer von vier bis acht Stunden ausdehnen sollen. Schein ist ein Jump`n`Run mit Rätselcharakter und soll Spieler ab etwa 25 Jahren - männlich wie weiblich - ansprechen. Gespielt werden kann mit Keyboard oder Xbox-Controller.

Das Lichtkonzept spaltet sich in unterschiedliche Farben auf: Zu Beginn steht der Hauptfigur, die sich eigentlich in einer dunklen, sumpfigen Welt bewegt, zunächst grünes Licht zur Verfügung, um Hindernisse sichtbar zu machen bzw. Aufgaben zu lösen. Im weiteren Spielverlauf kommen dann auch noch Rot und Blau hinzu. Jedes Licht eröffnet jeweils andere Welten, die im Grunde parallel zu einander existieren und zwischen denen der Spieler dann auch hin und her wechseln kann.

Retro-Stil
Man wolle ganz bewusst erst etwas ältere Spieler mit dem Game ansprechen, erzählt das Team der futurezone bei einem ersten Hands-on der Demoversion. Das Gamedesign habe man an die 30er-Jahre angelegt und wolle damit den Retro-Stil im Indie-Genre verkörpern. "Die Inspiration hat zu großem Teil Tim Burton gegeben", sagt Schäfer.

Start Ende des Sommers
Egal wie sich das Rennen beim Imagine Cup in St. Petersburg entscheidet: Das Spiel wird auf jeden Fall Ende des Sommer offiziell an den Start gehen, heißt es seitens des Teams. Im Frühsommer hatte man versucht, über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo Geld zu sammeln. "Dabei haben wir unser Ziel nicht erreicht, aber dafür haben wir jetzt den Durchbruch in der Community geschafft", sagt Benda. Im nächsten Schritt sollen Förderungen und private Investoren das nötige Funding bieten.

Kosten soll das Game, das gerne mit Spielen wie Braid verglichen wird, rund zehn Dollar. "Das steht noch nicht ganz fest, aber es ist derzeit in etwa der übliche Preis für solche Spiele", erklären die Macher. Der Vertrieb werde online erfolgen, auch auf der Steam-Plattform ist Schein bereits präsent. Die Demo wurde seit vergangenem Herbst insgesamt 20.000 Mal heruntergeladen.

Der Bewerb
Der Microsoft Imagine Cup ist Teil der YouthSpark Initiative und findet heuer bereits zum elften Mal statt. Insgesamt treten 87 Finalisten-Teams aus aller Welt in sechs unterschiedlichen Kategorien in St. Petersburg an. Am Donnerstagabend werden die Gewinner von der Jury, die sich unter anderem aus Microsoft-Vertretern, Medien und Investoren zusammensetzt, im Rahmen einer Award Ceremony bekannt gegeben. Das österreichische Team hofft natürlich auf den Sieg in seiner Kategorie. "Obwohl die Konkurrenz verdammt stark ist", dessen sind sich die vier Österreicher bewusst. In den vergangenen Jahren ist es österreichischen Teams bereits zweimal gelungen, in der Finalrunde des Imagine Cup eine Goldmedaille zu holen.

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