SICHERHEIT
11/04/2010

Internet in Burma lahmgelegt

In Burma wurde vor den ersten allgemeinen Wahlen seit 20 Jahren, die am Sonntag stattfinden, zahlreiche Computer vom Internet abgetrennt.

Seit wenigen Tagen wird durch einen DDoS-Angriff Burmas Internet lahmgelegt. Vor allem Burmas größter Internet Provider, das Ministry of Post and Telecommunication (PTT), ist davon betroffen. Bei einer DDoS-Attacke kommt es zu einer Überlastung von Infrastruktursystemen durch zu viele Daten. Die Cyberangriffe starteten bereits am 25. Oktober, haben sich aber in den letzten Tagen massiv ausgebreitet. Das berichtete "BBC" am Donnerstag unter Berufung auf einen Blogeintrag von Craig Labovitz von Arbor Networks Security. Die DDoS-Attacke sei gut vorbereitet und über eine weite Bandbreite von Ursprungsadressen verteilt, so Labovitz.

Es sei unklar, ob bis zu den Wahlen am Sonntag eine stabile Internetverbindung wieder hergestellt werden kann, heißt es im "BBC"-Bericht. Internationale Wahlbeobachter und ausländische Journalisten sind in dem Land während der Wahlen nicht zugelassen.

Motivation für Angriff unklar

Die Motivation für eine derartige DDoS-Attacke ist offiziell nicht bekannt. Mit dem Land vertraute Blogger vermuten jedoch, dass die Militärregierung Burmas dahinter stecke. Die Regierung hat die Wahlen in 3.400 von ethnischen Minderheiten geprägten Ortschaften abgesagt und somit 1,5 Millionen Menschen ihr Wahlrecht entzogen.

In Burma leben rund zwei Dutzend Volksgruppen, die meisten in abgelegenen, bergigen Enklaven im Grenzgebiet zu Thailand, China, Indien und Bangladesch. Sie stellen 40 Prozent der 56 Millionen Einwohner. Seit 1948 Burma von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen wurde, flammen immer wieder bewaffnete Konflikte in verschiedenen Landesteilen auf. Die Regierung schloss ab 1989 Waffenstillstand mit insgesamt 17 Gruppen, doch ein halbes Dutzend setzen den bewaffneten Kampf fort.

(futurezone/APA)