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Big Brother Data Japan: Daten von Bahnfahrern werden verkauft.

Foto: REUTERS/Yuriko Nakao
Die größte Bahngesellschaft Japans bietet Firmen die Nutzungsdaten der Passagiere zum Kauf an. Die anhand der NFC-Tickets generierten Bewegungsprofile sowie Alter und Geschlecht der Zugfahrer sollen Unternehmen Aufschluss geben, wo neue Geschäftslokale am meisten Sinn machen.

Die East Japan Railway will die Daten ihrer Kunden besser auswerten und daraus Profit schlagen. In einer Kooperation mit dem Konzern Hitachi werden ab sofort die Nutzungsdaten des eTicket-Systems Suica, das auf NFC basiert, analysiert, wie PCWorld berichtet. Laut der landesweit größten Bahngesellschaft werden die Informationen anonymisiert, Rückschlüsse auf Personen seien nicht möglich.

Überwachung anhand des Tickets
Untersucht werden Bewegungsprofile und Streckennutzung der 43 Millionen Suica-Nutzer. Zudem wird an jeder Station Alter, Geschlecht, Ticketpreis und Aufenthaltsdauer erfasst. Die daraus gewonnen Informationen sollen dann Firmen angeboten werden, etwa um zu prüfen, wo eine neue Geschäftsfiliale Sinn machen würde. Der Startpreis liegt bei 50.000 US-Dollar und deckt für ein Jahr zehn Stationen durch monatliche Updates ab.

Kritik wächst
Die Big-Data-Analyse stößt innerhalb Japans jedoch auf Kritik. Datenschützer und Blogger zweifeln an, dass der Datenschutz entsprechend gewahrt wird und die Firmen die Informationen tatsächlich anonymisieren. Erst kürzlich gab es Datenschutz-Probleme beim U-Bahn-System in Tokio. Auch dass zur Sammel-Aktion die Kunden nicht befragt wurden, wird angeprangert.

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(futurezone) Erstellt am 07.07.2013, 12:00

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