Digital Life
19.12.2013

Kamera von MacBooks und iMacs filmt unbemerkt User

Die Kamera bei Apple-Computern lässt sich laut Forschern unbemerkt aus der Ferne aktivieren. Das FBI soll diese Sicherheitslücke zur Überwachung Verdächtiger nutzen.

Wissenschafter der Johns Hopkins University in Baltimore haben eine Sicherheitslücke entdeckt, mit der sie über das Internet die Kamera von Apple MacBooks und iMacs aktivieren können. Die LED, die normalerweise anzeigt, dass die Webcam aktiv ist, bleibt dabei ausgeschaltet.

In der Studie wurden MacBooks und iMacs mit „iSight-Camera“ untersucht, die bis Mitte 2008 hergestellt werden. In diesen Modellen hat Apple eine Hardware-Sperre verbaut, die verhindern sollte, dass die LED bei eingeschalteter Kamera deaktiviert wird. Die Forscher haben nach eigenen Angaben den Schutz ausgehebelt, in dem sie mit einem Programm den Micro-Controller der Kamera manipuliert haben, um die LED zu deaktivieren.

Apple wurde informiert

Die Forscher haben nicht die „Facetime HD Camera“ von neueren MacBooks untersucht, gehen aber davon aus, dass auch diese mit entsprechendem Aufwand gehackt werden kann. Die Wissenschafter haben Apple bereits am 16. Juli über die Sicherheitslücke informiert. Zwar habe sich Apple noch ein paar Mal gemeldet, jedoch bis jetzt nicht gesagt, ob künftige Modelle sicherer sind oder ein Patch die Lücke schließt.

Die Washington Post hat mit einem früheren, hochrangigen Mitarbeiter des FBIs über Überwachungsmaßnahmen gesprochen. Laut diesem nutzt das FBI bereits seit Jahren die Möglichkeit, Verdächtige über die Webcam ihrer Notebooks zu observieren, ohne dass das verräterische LED-Licht aktiv ist.