Digital Life 22.12.2017

Kaspersky-Software auch in Litauen verboten

A view shows the software produced by Russia's Kaspersky Lab at the company's office in Moscow, Russia October 27, 2017. REUTERS… © Bild: REUTERS/MAXIM SHEMETOV

Von dem Bann sind der Energie-, Finanz- und Transportsektor betroffen. Die litauische Regierung begründet das Verbot mit der Sorge um die nationale Sicherheit.

Weiterer Rückschlag für den russischen Sicherheitssoftware-Spezialisten Kaspersky: Nach den USA verbot auch die Regierung Litauens die Kaspersky-Software auf diversen Computern. Betroffen sind demnach Rechner von Behörden und Privatunternehmen, die für die Steuerung der Infrastruktur notwendig sind. Dazu zählten der Energie-, der Finanz- und der Transportsektor.

Der Einsatz der Software könnte die nationale Sicherheit gefährden, hieß es zur Begründung. Kaspersky kündigte am Donnerstag eine Prüfung juristischer Schritte gegen die Entscheidung der litauischen Regierung an.

Spionageverdacht in den USA

Wegen Spionageverdachts hatten bereits die USA Mitte September Kaspersky-Software aus ihren Behörden verbannt. Die Regierung in Washington äußerte den Verdacht, dass Kaspersky anfällig für eine Einflussnahme durch das Präsidialamt in Moskau sei. Das Unternehmen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. In Großbritannien warnte die für IT-Sicherheit zuständige Behörde NCSC heimische Ministerien vor der Verwendung von russischer Anti-Virus-Software.

Wiederholtes Dementi

Kaspersky ist eine weltweit aktive Softwarefirma, die zu den bekanntesten Anbietern in dem Bereich gehört. Das Unternehmen hat wiederholt beteuert, keine Beziehungen zu Regierungen zu unterhalten und keine Hilfestellung bei Cyber-Spionage zu leisten und zuletzt auch die US-Regierung wegen Geschäftsschädigung geklagt.

Kaspersky bietet auch im deutschsprachigen Raum Programme zum Schutz von PCs und mobilen Geräten an. Zu seinen Kunden zählt das 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen.

( Agenturen ) Erstellt am 22.12.2017