Die interaktive Ausstellung wurde von Designern der FH Joanneum gestaltet.
Partizipation und Design Thinking für zukunftsweisende Innovation
Die Kettenreaktion ist ein partizipatives Innovationsformat, das zeigt, wie Design Thinking und Beteiligungsmethoden zum Gelingen komplexer Veränderungen beitragen können. Ob Energiewende, Digitalisierung oder Transformation von Organisationen: Nachhaltige Lösungen können entstehen, wenn Menschen nicht nur informiert, sondern aktiv einbezogen werden.
Die Kettenreaktion soll zeigen, wie aus unterschiedlichen Perspektiven, Bedürfnissen und Ideen ein gemeinsames Zukunftsbild entsteht – und wie Beteiligung selbst zur Innovation werden kann.
Erfolgsfaktoren im Innovationsprozess
Der next-incubator, Innovations-Hub für Nachhaltigkeit der Energie Steiermark, versucht im Innovationsprozess Produkt- und Ausstellungsdesign frühzeitig einzusetzen. Denn gelungenes Design sorgt laut dem Innovations-Hub dafür, dass komplexe Innovationen intuitiv nutzbar und emotional ansprechend werden.
Durch die frühzeitige Integration von Design, soll das Risiko von Fehlentwicklungen minimiert werden und abstrakte Ideen in marktfähige Lösungen übersetzt werden. Zusätzlich werden die Projektentwickler des next-incubator „gezwungen“ sich frühzeitig mit kritischen und wesentlichen Fragen auseinanderzusetzen.
In einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld ist Design nach Ansicht des next-incubators somit nicht länger ein optionales Extra, sondern der entscheidende Faktor, der über die Akzeptanz und den wirtschaftlichen Erfolg einer Neuerung entscheidet.
Regionale Stakeholderworkshops
Real umgesetzt wurde das Format bereits im Zuge des Reallabor Murau. Eine interaktive Ausstellung sollte am Anfang Wissenslücken beim Projekt und der Energiewende schließen. Bei der Gestaltung arbeitete der next-incubator mit dem Masterstudiengang Ausstellungsdesign der FH Joanneum und dem Studiengang Innovationsmanagement der FH Campus02 zusammen.
Besonders dem Thema der Verständlichkeit wurde viel Zeit gewidmet. Das Ziel war, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie Jung bis Alt verstehen und zur Auseinandersetzung einzuladen. Die Designer arbeiteten mit visuellen Elementen wie Schautafeln und Modellen. „Durch die Integration von Design am Beginn geht es darum, die Zielvorstellungen zu visualisieren, transparent zu gestalten und dadurch auch eigene Ansätze bewusst zu hinterfragen“, erklärt Gernot Schröck vom next-incubator.
Danach wurde es noch interaktiver: In Kleingruppen diskutierten Menschen aus der Region Fragen, Sorgen und Erwartungen. Durch das Ausstellungsdesign wurden vor allem Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nicht an übliche Workshopsettings gewohnt sind, zur aktiven Teilnahme gebracht und wesentliche Ergebnisse ermöglicht.
Das Ergebnis wurde schließlich als Ideenkette visuell abgebildet: Die „Kettenglieder“ zeigten deutlich, dass Energie in der Region Murau mit verschiedenen Gedanken und Bedürfnissen einhergeht. Die Moderation des Formats übernahm die FH Campus02, die auch wesentlich an der Workshopkonzeption gemeinsam mit dem next-incubator beteiligt war.
Leute wollen sich beteiligen
Mit dem Ergebnis sind die Projektverantwortlichen zufrieden. Es zeigt sich, dass die Beteiligungsbereitschaft bei nachhaltigen Energieprojekten sehr hoch ist. Viele Menschen wollen aktiv mitgestalten und haben den Mut, in ihrer Region gemeinschaftlich neue Lösungen auszuprobieren.
Die „Kettenreaktion“ ist also auch symbolisch zu verstehen: Energieprojekte sind ein Prozess, der nicht nur top-down verordnet wird, sondern bei dem sich die Menschen mit ihren Ideen gegenseitig anstecken sollen.
Der Artikel entstand in einer Kooperation zwischen futurezone und dem next-incubator der Energie Steiermark.
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