Mehrere Hände setzen gemeinsam ein buntes Puzzle mit Dschungeltieren und Pflanzen zusammen.

Puzzlebauen nutzen viele, um Abstand von der digitalen Welt zu kriegen. Umso mehr ärgern sie sich, wenn sie dann plötzlich AI-Slop finden. 

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Digital Life

Warum KI dieses knifflige Hobby zerstört

Neben Häkeln, Töpfern und anderen Offline-Hobbys erlebt auch das Puzzlebauen seit einiger Zeit ein Comeback. Für viele ist es ein entspannendes Hobby, bei dem man einmal nicht vor dem Bildschirm sitzt, sondern sich lange Zeit auf das Zusammensetzen eines interessanten Bildes konzentriert. Puzzler nehmen jedes Stück einzeln in die Hand, betrachten dessen Farben, Linien und jeden Fleck ganz genau, um dann seinen Platz im Gesamtbild zu finden. Allerdings ärgern sich Puzzle-Begeisterte zunehmend über KI-Slop in den Bildern, der ihnen die Lust an ihrem Hobby verdirbt.

KI-Bilder sind mittlerweile so gut, dass sie auf den ersten Blick oft gar nicht auffallen. Das Cover verrät den KI-Slop nicht. Schwächen zeigen sich dann aber oft bei feinen Details, die beim Zusammensetzen eines Puzzles eine wichtige Rolle spielen. Seltsam verwaschene Stellen, Hände mit 6 Fingern oder fehlende Zusammenhänge und Übergänge zwischen Elementen sind keine Seltenheit. Gerade bei komplexen Puzzles, mit denen man sich oft viele Stunden beschäftigt, kann es besonders frustrierend sein, wenn man plötzlich herausfindet, dass etwas am Bild komisch ist.

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Ärger über verwaschenes KI-Stadtmotiv 

Auf Reddit gibt es zahlreiche Beschwerden darüber. „Ich hänge seit etwa 2 Monaten bei diesem Puzzle. Das Bild ist verschwommen, die Teile passen nicht richtig zusammen und lassen sich einfach nicht zusammenfügen. Es ist ein absoluter Albtraum“, schreibt etwa der User Disastrous_Alarm_719. „Jetzt ist nur noch das weiße Teil übrig und ich gebe auf. Ich kann einfach nicht mehr.“

KI-Fehler als "ungewöhnliche Wendung"

Bei manchen sorgen KI-Motive aber auch für Belustigung. Der User FiguringOutPuzzlez postete im Subreddit r/Jigsawpuzzles etwa ein Beispiel mit zwei KI-generierten Echsen mit Kleidung. „Ehrlich gesagt haben mir die ungewöhnlichen Wendungen sehr gut gefallen“, schreibt der User. Am Ärmel der linken Echse taucht etwa ein merkwürdiges Echsengesicht auf, der rechten Echse wachsen komische Tentakel aus dem Arm.

KI-Detektion als Gruppenaufgabe

Oft sind sich die Puzzler aber auch nicht sicher. Dann entstehen richtige Diskussionen darüber, ob ein bestimmtes Puzzle KI-generiert ist oder nicht. So wie bei diesem Ravensburger aus dem Jahr 2024. Der Poster AnneeDroid glaubte zuerst, dass es nicht KI-generiert sein könne, weil es von einer bekannten Puzzle-Marke ist. Aber einige Dinge kamen ihm komisch vor. 

„Was mich irritiert, sind die unebenen Dielen, besonders unten links. Die Knöpfe am Herd und einer der Pfannengriffe sehen schief aus. Und auf einem der Kühlschrankmagnete steht etwas Kleines mit KI-ähnlichen, nichtssagenden Buchstaben.“ Unter seinem Post zeigt der User die „Probleme“ aus der Nähe (Dielen, Kühlschrankmagneten). Vor allem ein fehlerhafter Text gibt der Community Gesprächsstoff. Text gilt nach wie vor als eine der größten Schwachstellen von KI-Bildern.

Ravensburger, der Hersteller, erklärte gegenüber Vox, dass er im Allgemeinen keine KI-Bilder als Motive verwende. Das Online-Magazin sprach mit mehreren Puzzle-Begeisterten über ihren wachsenden Frust mit KI-Motiven. „Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein 1000-teiliges Puzzle und erleben dabei Dutzende Momente, in denen Sie sich an den Kopf greifen, während Sie das Bild eingehend betrachten“, sagte etwa ein Mann namens David Swart. Eine andere Gesprächspartnerin hortet wiederum Puzzles, die vor 2024 veröffentlicht wurden. Sie will ausreichend KI-freie Exemplare in ihre bald bevorstehende Pension „hinüberretten“, die frei von KI-Slop sind.

KI Puzzles findet man zuhauf

Die KI-Puzzles findet man einerseits auf großen Verkaufsplattformen wie Amazon und Temu, aber auch im stationären Handel. Für die Hersteller sind die KI-Motive billiger, als wenn sie einen Illustrator für einen aufwendigen und zeitintensiven Entwurf bezahlen müssen. Künstler sehen die Entwicklung deshalb mitunter äußerst kritisch und werfen den KI-Firmen den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

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Für die Käufer der Puzzles sind solche Puzzles attraktiv, wenn sie einen günstigen Preis haben. Den meisten fällt wahrscheinlich gar nicht auf, dass ihr Puzzle-Bild KI-generiert ist. Bei Temu findet man etwa zahlreiche Beispiele für Produkte, die stark nach KI aussehen. Vereinzelt gibt es dort auch Rezensionen, in denen sich Käufer über fehlerhafte Details, verwaschene Stellen oder schlechte Auflösung aufregen – was typisch für KI-generierte Motive ist.

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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