Digital Life
16.07.2018

Kodaks Bitcoin-Miner klingt nicht nur nach Scam, sondern ist es auch

Für eine Miete von 3400 US-Dollar sollte der Kodak KashMiner 9000 US-Dollar abwerfen. Laut Kodak hat man nichts damit zu tun.

Als Kodak auf der CES auf seinem Messestand den Kodak KashMiner ausstellte, war die Skepsis groß. Dabei sollte es sich um einen Kryptomining-Service handeln, der Kunden hohe Erträge versprach.

Es klang schon am Messestand wie eine klassische Betrugsmasche. User sollten für eine Vorauszahlung von 3400 US-Dollar einen KashMiner für zwei Jahre mieten. Der KashMiner schürft nach Bitcoins und der User wird an dem Gewinn aus den Verkäufen beteiligt. Monatlich wurden 375 US-Dollar versprochen, was nach den zwei Jahren 9000 US-Dollar wären.

Möglich sei das Ganze, weil hunderte der KashMiner im Hauptquartier von Kodak aufgebaut werden würden. Dort sei der Strom sehr billig, weil es eine Solarstromanlage gibt. 80 der Krypto-Miner seien bereits installiert und in Betrieb.

Glatt gelogen

Wie die BBC jetzt berichtet, war das gelogen. Der KashMiner wurde zwar auf dem Kodak-Stand ausgestellt, dahinter steckt aber die Firma Spotlite USA. Diese ist zwar ein Lizenznehmer für Kodak, allerdings nur LED-Glühbirnen. Der KashMiner war laut Kodak nie ein offiziell lizensiertes Produkt. Außerdem wurden nie Geräte im Hauptquartier installiert.

Laut Spotlite USA sei der Plan nur nicht zustande gekommen, weil die Börsenaufsicht das verhindert hätte. Jetzt will die Firma in Island eine eigene, private Bitcoin-Mining-Farm aufbauen. Island ist ein beliebter Ort für Krypto-Miner, weil durch Geothermalenergie günstiger Strom gewonnen wird. Die eher kühlen Temperaturen helfen auch dabei, die Kühlkosten für die Mining-Farmen zu reduzieren.

Ein wirklich guter Plan scheint das aber nicht sein. Die schwankenden Bitcoin-Preise und steigenden Energiekosten machen das Schürfen weniger rentabel. Zudem drohen immer mehr Staaten mit Regulierungen von Kryptowährungen. Falls nicht wieder ein Bitcoin-Boom und ein hoher und konstanter Kursanstieg kommt, könnte es mitunter über zehn Jahre dauern, bis die Investitionskosten in eine eigene Mining-Farm wieder eingespielt wurden.

KodakCoins

Im Gegensatz zum KashMiner hat Kodak seinen Namen offiziell für ein anderes Blockchain-Produkt hergegeben: KodakOne. Die Firma Wenn Digital hat unter diesem Namen ein ICO gestartet, um KodakCoins zu verkaufen.

Die Website dafür ist noch online, auf den Social-Media-Konten wurde zuletzt am 1. Juli gepostet. Wie viel der angepeilten 50 Millionen US-Dollar mit dem ICO schon eingenommen wurden, ist nicht bekannt.