Digital Life 11.01.2018

Kodaks Bitcoin-Schürfgerät ist bloß Marketing-Gag

Der Name "Kodak" ist übrigens ein reines Kunstprodukt. Der Buchstabe "K" gefiel Eastman einfach gut. Der Firmenname sollte dazu … © Bild: dapd(c) AP

Auf der CES hat Kodak ein Gerät vorgestellt, das für 3400 US-Dollar zwei Jahre lang gemietet werden kann und Bitcoins schürft. Die versprochenen Erträge sind unrealistisch.

Der Kodak KashMiner ist ein aufgemotzter Rechner, der schwierige Berechnungen erledigt, um Bitcoin zu schürfen. Kodak hat auf der CES angekündigt, die Geräte für 3400 US-Dollar an Kunden vermieten zu wollen, für einen Zeitraum von jeweils zwei Jahren. Bei einem durchschnittlichen Wert von 14.000 US-Dollar pro Bitcoin sollen Kunden so etwa 375 US-Dollar pro Monat verdienen, berichtet Buzzfeed.

Die Maschinen, die durch einen von Kodak lizenzierten Hersteller, der sie in China kauft, angeboten werden, sollen im Kodak-Hauptquartier im US-Bundesstaat New York aufgestellt werden. Der Mieter bezahlt die Gebühr und übernimmt so eine Art Patenschaft. Um Betrieb und Wartung muss sich der Mieter nicht kümmern. Die Firma, die von Kodak die Lizenz bekommen hat, soll 50 Prozent der geschürften Bitcoin für sich behalten dürfen.

Unrealistisch

Das alles klingt zu gut um wahr zu sein. 3400 Dollar zahlen und dann 9000 Dollar in monatlichen Raten ausfassen. Experten bezeichnen die Idee als lachhaft. "Wer diese Idee Leuten präsentiert, die sich mit Bitcoin auskennen, wird höchstens ausgelacht", sagt der Ökonom Saifedean Ammous, Autor des Buchs "The Bitcoin Standard", gegenüber buzzfeed.

Konkret wird Kodak und seinen Helfern vorgeworfen, nicht verstanden zu haben, wie Bitcoin funktioniert. Das angebotene Konstrukt gehe nämlich davon aus, dass die Rechenleistung, die zum Schürfen von Bitcoin nötig ist, konstant bleibe. Das ist aber nicht der Fall. Allein in den vergangenen sechs Monaten hat sich die Menge an Bitcoin, die man für den Einsatz fixer Rechenleistung bekommt, halbiert. "Die Annahme, dass die Hash-Raten konstant bleiben, ist lächerlich" , sagt Nicholas Weaver von der University of California in Berkeley.

Laut Berechnungen von Ammous müsste der Bitcoin schon einen durchschnittlichen Preis von 28.000 US-Dollar halten, um die versprochenen monatlichen Erträge zu gewährleisten. Kodak hat auf Anfragen nach einer Klärung der Arithmetik bisher nicht reagiert. Die Bitcoin-Show hat sich für das Unternehmen aber jedenfalls gerechnet. Die Aktienkurse sind nach der Ankündigung stark gestiegen.

( futurezone ) Erstellt am 11.01.2018