Digital Life
06/20/2013

Kritik an Neuvergabe von Yahoo-Accounts

Yahoo will mehrere Millionen Accounts, die in den letzten zwölf Monaten nicht genutzt wurden, löschen und so die Nicknamen zur erneuten Nutzung freigeben. Kritiker befürchten jedoch, dass Hacker die E-Mail-Adressen missbrauchen und so noch mit der Yahoo-Mail-Adresse verknüpfte Accounts übernehmen könnten.

Der Internet-Konzern Yahoo plant einen drastischen Schnitt in seiner Mitglieder-Datenbank. Vergangene Woche wurde angekündigt, dass Yahoo-Mitglieder, die ihren Account in den letzten zwölf Monaten nicht genutzt haben, Mitte Juli aus der Datenbank gelöscht werden. Damit wird auch der Nutzername frei und andere Personen können die zuvor besetzte Yahoo ID nutzen. Doch Kritiker bemängeln, dass dadurch Identitätsdiebstahl betrieben werden könnte.

Nur wenige Yahoo IDs mit Mail-Adresse
So könnte beispielsweise die Kontrolle über ein Google-Profil übernommen werden, in dem eine Yahoo-Adresse zum Zurücksetzen des Passworts angegeben würde. Laut Yahoo seien allerdings nur knapp sieben Prozent der betroffenen Yahoo-IDs auch mit einer Yahoo-Mail-Adresse verknüpft. Eine Yahoo ID kann auch bei Diensten wie Fantasy Football oder Flickr angelegt werden ohne dabei ein Yahoo-Mail-Konto zu erstellen.

Kritik von Wired-Redakteur
Für Wired-Redakteur Mat Honan, der im vergangenen Jahr Opfer eines Hacker-Angriffs wurde, ist Yahoos Maßnahme dennoch eine "unfassbar schlechte Idee", die zu einem "Social-Engineering-Goldrausch" führen werde. Dennoch hat Yahoo auf die Kritik reagiert und einige Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. So werde es eine 30-tägige Frist ab der Deaktivierung des Accounts am 15.Juli geben, in der der Account zwar nicht mehr existiert, aber dennoch noch nicht neu registriert werden kann.

"Zu Hundert Prozent lässt es sich nicht aussschließen"
Des weiteren wird Yahoo Newsletter automatisiert abmelden und Personen, die E-Mails an die alte Adresse schicken über die Löschung informieren. Des weiteren sollen Online-Shops, Finanzdienstleister, Soziale Netzwerke und zahlreiche Internet-Anbieter mit einer Liste der betroffenen E-Mail-Adressen versorgt, sodass es nicht zu doppelten Einträgen kommen kann. Dylan Casey, Senior Director for Consumer Platforms bei Yahoo, schließt jedoch im Gespräch mit Reuters Missbrauch nicht aus: "Kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen, dass irgendetwas passieren wird? Nein. Aber wir versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass unseren Nutzern etwas passiert."